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    11.10.2021AQ 1417
    »Es geht niemals darum, was du machst, sondern wie du es machst.«
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    Es geht niemals darum, was du machst, sondern wie du es machst. WAS du machst, definiert dich nicht, aber WIE du es machst, kann dich erfüllen. Es widerspricht unserem überwiegenden Denken, dass wir durch das definiert werden, WAS wir tun. Die meisten Menschen denken, sie sind das, sie sind ihre Tätigkeit, sie sind ihr Beruf. Sie sind Rechtsanwalt, sie sind Kassierer, sie sind Arzt, sie sind Fußballprofi, aber das sind sie nicht wirklich und vor allem: Sie werden dadurch nicht definiert, denn es gab schon sehr glückliche Fußballprofis und es gab schon sehr depressive Fußballprofis. Also geht es nicht darum, WAS du bist, sondern WIE du dich dabei fühlst. Mesut Özil hat das mal schön gesagt, auch ein Profifußballer: »Warum soll ich die Welt bekämpfen, wenn ich sie verzaubern kann?« Das ist mal eine andere Haltung als »Ich bin Profi.«, das ist eine andere Einstellung. Ich weiß natürlich wenig über ihn, ich kann dir nicht sagen, ob er das wirklich lebt, aber Menschen, die weise Worte verwenden, denen traue ich es zu, dass sie es tatsächlich leben. Aber auch das ist egal, denn auch da stellt sich die Frage nur nach dem WIE — und zwar nicht für ihn, sondern für mich und mich berührt sein Zitat. Ich fühle Weisheit in diesen Worten. Und darum geht es dein gesamtes Leben lang: Nicht WAS hast du gehört, WAS hast du gesagt, sondern WIE hast du dich gefühlt, als du es gehört hast, WIE hast du dich gefühlt, als du es gesagt hast. Und damit will ich überhaupt nicht sagen, dass du die ganze Zeit so tun solltest, als wäre alles cool und als würdest du immer alles in einer sehr hohen Schwingung sagen. Das ist gar nicht notwendig. Es genügt, wenn du dich über dein WIE neu ausrichtest, statt dich über dein WAS zu definieren. Das bedeutet, du brauchst dich nicht entscheiden, WAS du machst, sondern du kannst alles tun und du fängst einfach mit irgendetwas an. Es gibt Menschen, die sagen: »Ah, ich kann mich ja nicht entscheiden.« Scheiß egal! Entscheide dich nicht, mache irgendwas! Mache es einfach! Und dann schaue, WIE du dich währenddessen fühlst. Und wenn du dich nicht gut fühlst oder wenn du nicht das Gefühl hast, dass es dir dienlich ist, dass es dich weiterbringt, dass in dir etwas passiert, was deine Stimmung hebt, dann höre auf! Einfach so und genauso radikal und konsequent wie du angefangen hast. Denn angefangen hast du ja auch radikal, nämlich indem du es einfach getan hast. Wenn du nie radikal warst, hast du noch nichts begonnen. Jeder Beginn ist radikal. Es gibt keinen sanften Einstieg. Irgendwann musst du damit anfangen, du musst beginnen. Du kannst tausendmal die kleine Zehe ins Schwimmbecken halten, um die Wassertemperatur zu checken, aber damit hast du noch nicht begonnen zu schwimmen. Das ist aber das, was wir meistens machen. Wir denken vorher unendlich darüber nach: “Soll ich beginnen? Soll ich nicht beginnen? Wann gehe ich ins Wasser? Welche Temperatur brauche ich? Wann schauen die Leute nicht?” All den Blödsinn. Und die andere Möglichkeit ist, dass du schaust, wann du dich gut fühlst. Also welche Tätigkeit fühlt sich gut an? Da brauchst du dann vorher gar nicht viel ausprobieren, denn das weißt du. Das Komische ist, ich habe diese Frage schon oft gestellt und am Anfang bekomme ich ganz oft die Antwort: »Ach, das weiß ich nicht.« Und das Lustige ist, innerhalb kürzester Zeit höre ich sofort einen Widerspruch. Ich höre nämlich plötzlich, was Spaß macht, was Freude bereitet. Und das sagen die meisten dann aber so, als wäre das etwas, was es nicht wert wäre zu tun oder was ja auch komisch wäre, wenn man das jetzt täte. Und damit kann man ja kein Geld verdienen und es ist nicht anerkannt und die Familie macht sich darüber lustig und man ist ja nicht gut darin und so weiter. Das heißt, es stimmt gar nicht, dass man nicht weiß, was einem Spaß macht. Man hat nur schon ein Urteil darüber. Und aufgrund dieses Urteils folgt man nicht seinem Gefühl. Es ist nicht so, dass es nicht da ist und es bedeutet auch nicht, dass du jetzt schon wissen musst, was du in fünf Jahren machst, sondern du musst jetzt wissen, woran orientierst du dich jetzt in diesem Moment. Und während du das tust, während du dich jeden Moment an deinem WIE orientierst, kann sich dein WAS auch ständig verändern. Und das ist etwas, damit kommt dein Verstand überhaupt nicht klar. Da sagt er dir mit großer Wahrscheinlichkeit: »Ah, du bist so unstet. Du bist so sprunghaft. Nie kannst du dich festlegen. Nichts kannst du mal durchziehen.« — als ob das ein Wert wäre, als ob das einen Wert hätte, wenn jemand mit siebzig sagt: »Ich habe fünfzig Jahre ein und das Gleiche getan.« Welchen Wert hat das? Wir denken, das hat einen Wert, weil wir dann im Lauf der Zeit etwas lernen. Das tun wir aber nur, während wir frei sind. Wir lernen nicht, wenn wir uns mit unserem etwas Durchziehen selbst gefangen halten und selbst geißeln. Da lernen wir nur harte preußische Disziplin. Da lernen wir nicht Freiheit. Und das Verrückte daran ist nämlich, wenn du dich immer am WIE orientierst — das checkt aber dein Verstand nicht, das kriegt er nicht auf die Reihe —, dass es eine Konstante gibt, dass du dich an einer Konstante orientierst, nämlich an der WIE-Konstante. WIE fühle ich mich? Und da kannst du schauen, dass du dich gut fühlst und sogar immer besser und dass es dir auch immer leichter fällt und dass dir irgendwann, dass irgendwann die Grenzen in dir verschwimmen zwischen »Was tue ich? Verdiene ich damit Geld? Hat das einen Sinn? Bringt das der Gesellschaft etwas?« — lauter solche komischen Fragen nach dem WAS. Das heißt, du hast eine Konstante. Der Verstand ist nur versteift auf die Konstante des WAS. WAS tust du? Bist du die ganze Zeit Sekretärin? Hast du zwanzig Jahre lang Schuhe verkauft? Das ist das WAS, an dem er sich orientiert, weil da hat er so einen scheinbar objektiven Maßstab, der dich aber leider nicht glücklich macht. Aber dein Verstand hält das aus irgendeinem seltsamen Grund für etwas hoch Erstrebenswertes, Konstanz an den Tag zu legen, verlässlich zu sein — für dich und für andere, dass alle anderen wissen: »Einmal Schuhverkäufer, immer Schuhverkäufer. Einmal Autor, immer Autor. Der hat nie was anderes gemacht, der hat sein ganzes Leben Bücher geschrieben. Egal ob es ihm Spaß gemacht hat oder ob er gekotzt hat und er hat sich selbst zu seinem achtzigsten Buch gezwungen.« Was für ein Wert? Wahnsinn! Aber dass du dich dein Leben lang an dem WIE orientieren kannst und dass das eine Konstante sein kann und dass es etwas Gutes ist, weil es dir nämlich die Entscheidung leichter macht, wenn du merkst: »Darauf habe ich gar keinen Bock. Das will ich nie wieder tun.« — damit kommt dein Kopf nicht klar. Denn das spricht ja gegen die harte preußische Disziplin, die ja angeblich dazu führt, dass du wohlhabend und glücklich wirst. Was für ein Blödsinn! Wenn du auf dein WIE nie geachtet hast, hast du dich am Falschen orientiert und wenn du nur auf das WAS schaust, WAS du tust, hast du dich überhaupt nicht entwickelt. Die meisten Menschen sind in der WAS-Falle. WAS könnte ich tun, damit es mir besser geht? WAS ist meine Berufung? WAS ist Spiritualität? Das ist alles Blödsinn! Das findet alles im Kopf statt. Aber das WIE kannst du fühlen und da gibt es keine Zweifel mehr, da gibt es keine Frage. Da sitzt du am Abend nicht da und grübelst und denkst: »Ha, heute habe ich mich den ganzen Tag so gut gefühlt. Woran lag das?« Das passiert nicht, sondern es wird zu einer Selbstverständlichkeit und zu deiner Normalität — zu einer neuen Normalität, die es sich lohnt zu leben.