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    15.9.2021AQ 1391
    »Kinder sind die beste Übung für bedingungslose Liebe.«
    0:009:32
    Kinder sind die beste Übung für bedingungslose Liebe. Statt das zu realisieren, teilen wir das Leben der Kinder, also die Kindheit, in Phasen ein, ohne zu merken, dass das unsere Phasen sind. Wir könnten realisieren, dass die Phasen unserer Kinder die Phasen unseres Widerstands gegenüber Freiheit sind. Ein Erwachsener, der sich im Widerstand zur Freiheit befindet, bezeichnet die Phase, in der ein Kind entdeckt, dass es seiner Anziehung folgen kann, als Trotzphase. Würde er sich selbst statt das Kind beobachten, müsste er zwangsläufig realisieren, dass ER gerade das Problem hat und nicht das Kind. Und weil er dieses Problem hat, macht er auch dem Kind ein Problem. Er überträgt sein Problem auf das Kind. Also statt mit seinen Gefühlen umzugehen, wie sich das anfühlt, wenn ein anderer eigene Wege beschreitet, eigene Ideen hat, wir sagen dann auch »einen eigenen Willen hat«, was das Kind nur deshalb als eigenen Willen entdeckt, weil wir unseren Willen an ihm ausleben und weil wir nicht mehr wissen, was Anziehung ist und deshalb fixe Vorstellungen haben. Diese fixen Vorstellungen sind unser Wille, der entspringt nicht unserer Anziehung, sondern unserer Programmierung und die wollen wir durchziehen. Ein Kind will etwas nicht aus der Programmierung machen, sondern ein Kind folgt der Freude, seinem Spieltrieb, lässt seinem Spieltrieb freien Lauf. Wir selbst sind aber so verbittert und so verbohrt, dass wir das nicht erkennen können und auch nicht erkennen wollen, unter gar keinen Umständen. Und deshalb erfinden wir lauter bescheuerte Begründungen, warum wir jetzt unseren Kopf durchsetzen wollen. Aber so sagen wir das natürlich nicht, sondern wir begründen es schön rational und logisch. Es geht uns natürlich nur um das Kindeswohl, allerdings halt bevor wir das Kind gefragt haben. Es stimmt also nicht. Es geht uns darum, dass wir das Kind Konventionen, Regeln, Verhaltensweisen, alle unsere Programme, die wir in uns tragen und als unabänderlich wahrnehmen, auf das Kind zu übertragen. Das Kind weiß von diesem Wahnsinn in unserem Kopf nichts und kennt nur seinen inneren Antrieb. Dadurch dass es mit unserem Schwachsinn konfrontiert wird, lernt es aber zum allerersten Mal auch, was es bedeutet, Widerstand zu fühlen, nämlich wenn es von uns ausgebremst wird, in seiner Entfaltung, in seiner Entwicklung behindert wird, während wir es auch noch anlügen und sagen: »Wir meinen es doch nur gut.«, was definitiv eine Lüge ist. Wenn wir ehrlich wären, müssten wir sagen: »Liebes Kind, es tut mir leid, ich kann nicht anders. Die Programme in mir verlangen dieses Verhalten von mir. Ich habe es noch nicht geschafft, diese Programme, die meine Eltern in mir angelegt haben, zu ignorieren und abzulegen.« Und so streiten wir mit dem Kind und unterstellen ihm einen Dickschädel, während das unser Dickschädel ist, während wir uns durchsetzen wollen, ohne uns hinterfragt zu haben. Wenn wir unsere Kinder mit diesem Verhalten nicht komplett verstört und verunsichert haben, beginnen sie irgendwann wieder zu entdecken, dass sie frei sind. Und das nennen wir dann Pubertät und dann beginnt der gleiche Streit von vorne, nur in höherer Intensität, weil die Kinder, die sich nachhaltig erinnern, nicht mehr so leicht zu brechen sind. Bei jüngeren Kindern ist es viel einfacher. Du kannst sie viel leichter dominieren. Je älter die Kinder sind, desto schwieriger wird es. Dummerweise interpretieren wir alle Phasen als ein Problem des Kindes. Wir müssten sie als allererstes als unsere Probleme erkennen. Das würde alles verändern. Es würde vor allem unseren Widerstand den Kindern gegenüber reduzieren und das würden die Kinder fühlen, denn sie verarbeiten unser Verhalten nicht intellektuell. Das bringen wir ihnen bei. Und ein Leben auf intellektueller Ebene ist kein echtes Leben. Könnten wir erkennen, dass die Probleme der Kinder tatsächlich unsere eigenen Probleme sind, die wir auf die Kinder projizieren, könnten wir nicht nur die Kinder bedingungslos lieben, sondern auch uns selbst. Es wäre also der Beginn der bedingungslosen Liebe.