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    9.9.2021AQ 1385
    »Vertrauen wollen wir, wenn wir zweifeln.«
    0:004:49
    Vertrauen wollen wir, wenn wir zweifeln. Ohne Zweifel ist kein Vertrauen notwendig. Zweifelsfrei gibt es keinen Bedarf an Vertrauen. Wenn du frei von Zweifeln bist, ist Vertrauen überflüssig. Der Wunsch nach Vertrauen kommt nur aufgrund deiner Zweifel. Wir zäumen das Pferd immer und immer wieder von hinten auf und deshalb hörst du ganz oft den Satz »Du musst vertrauen.« Und das klingt so schön. Und das sagt sich so leicht. Es ist aber nicht möglich, weil du zweifelst. Und der Weg ins Vertrauen ist nicht einfach, denn es ist gar nicht der Weg ins Vertrauen. Es ist der Weg raus aus den Zweifeln. Und diesen Weg musst du nicht vertrauen, sondern diesen Weg musst du dich trauen, denn der ist nicht leicht, weil Misstrauen und Zweifel deine Programmierung sind. Ohne diese Programmierung bist du nicht nur frei von Zweifel und Misstrauen, sondern du bist auch frei von dem Wunsch vertrauen zu können. Frei von Zweifel wird Vertrauen nicht nur überflüssig, du weißt gar nicht mehr, was das sein soll. Und natürlich stellst du dir dann die Frage: »Ja, aber wie soll das gehen? Wie kann ich meine Zweifel verlieren?« Gar nicht. Du zweifelst und du machst es trotzdem. Wieder und wieder und wieder. Du lässt den Zweifel einfach da sein. Du fühlst im Körper, wo du den Zweifel fühlst und du machst das trotzdem, was du von Anfang an machen wolltest, was dein erster Impuls war. Zweifel kommen immer erst nach dem ersten Impuls. Nie vorher. Denn vorher weißt du ja gar nicht, was du machen willst. Du beobachtest deinen ersten Impuls, du beobachtest, wie der Zweifel kommt und du ignorierst ihn — immer und immer und immer wieder — bis er dich nicht mehr interessiert.