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    31.8.2021AQ 1377
    »Begründungen entstehen im Kopf.«
    0:008:11
    Begründungen entstehen im Kopf. Echte Entscheidungen im Gefühl. Wir denken nur, dass wir darüber nachgedacht haben und uns deshalb entschieden haben. Die tatsächliche Entscheidung entsteht im Gefühl. Wenn sie nicht im Gefühl entsteht und wir haben uns tatsächlich im Kopf entschieden und es weicht von dem Gefühl ab, das wir hatten, dann haben wir uns falsch entschieden. Weicht es nicht von unserem Gefühl ab, sind wir einfach durch Nachdenken zur gleichen Entscheidung gekommen und zu der Entscheidung, die schon vorher feststand. Wir könnten Entscheidungsprozesse also nicht nur abkürzen oder deutlich abkürzen, sie sind vollkommen überflüssig. Wenn wir uns aus dem Gefühl heraus entscheiden, also aufgrund unserer Intuition, und wir versuchen hinterher zu begründen, warum wir uns so entschieden haben, dann ist das einfach nur der hoffnungslose Versuch, logische Argumente für etwas zu finden, was jenseits der Logik liegt und was logisch nicht erklärbar ist. Werden wir gefragt, warum wir etwas machen oder warum wir etwas planen, besteht genau diese Gefahr, dass wir etwas, was wir aus dem Gefühl heraus entschieden haben, künstlich begründen, ausgedacht, erfunden begründen. Es ist eine reine Erfindung — die Begründung. Denn selbst wenn wir vorher eine Erörterung darüber schreiben würden, unser Gefühl stand von Anfang an fest. Selbst wenn wir Zahlen recherchieren würden, selbst wenn wir uns intensivst mit der Materie auseinander setzen, unser Gefühl war längst da. Es hat uns die ganze Zeit begleitet und nie im Stich gelassen. Jeder Werber weiß das, jeder Marketing-Experte weiß das: »Entscheidungen werden nicht durch Argumente getroffen, Entscheidungen entstehen immer im Gefühl.« Wenn das nicht so wäre, bräuchten wir gar keine Werbung, denn da geht es nur um Emotion. Und zwar auch bei den sogenannten richtigen Argumenten. Alle Argumente sind nur dafür da, bei dir Gefühle auszulösen. Dafür werden Texte geschrieben, Bilder gemacht, Filme gedreht. Es geht immer nur darum, dass bestimmte Emotionen transportiert werden sollen. Und wenn du deine Entscheidungen intuitiv triffst, wenn du nach deinem Gefühl gehst, fragen dich Menschen aus deinem Umfeld skeptisch, wie du denn so naiv sein kannst. Du wirst für das kritisiert, was jeder tut. Er bekommt es nur nicht mit, weil er währenddessen denkt, dass er denkt und dass er ‘ach so schlau’ ist und dass er total rational entscheidet und dass er alles logisch begründen kann. Das Problem dabei ist: Unser Verstand ist nicht logisch. Er verkauft es dir aber als solche. Wenn du also mit Menschen über deine Entscheidung sprichst oder wenn sie von deiner Entscheidung erfahren und die passt nicht zu ihrem Verstand, nicht zu ihren Programmen, nicht zu ihren Vorstellungen von der Welt, dann fragen sie dich, wie du diese Entscheidung begründest. Und diesen Fehler darfst du nicht machen. Du wirst sonst immer wieder irritiert und in deinem Entscheidungsprozess, der an sich extrem einfach ist, zurückgeworfen. Die Lösung ist, dass du mit niemandem über deine Entscheidungen sprichst und dass du sie niemals begründest — noch nicht einmal dir selbst.