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    29.8.2021AQ 1375
    »Verliebe dich nicht in Richtungen, sondern in dein Tun im Moment.«
    0:0011:42
    Verliebe dich nicht in Richtungen, sondern in dein Tun im Moment. Wir haben diese seltsame Idee, dass wir die richtige Richtung finden müssten. Als gäbe es eine Richtung, die richtig ist und als müssten wir dieser Richtung konsequent folgen. Wenn wir uns an einer Richtung orientieren, orientieren wir uns immer am außen. Wir orientieren uns außerhalb von uns und nicht an dem, was in uns ist. Und diese Orientierung im außen macht uns zu einem Objekt. Als wären wir etwas, was wir nur richtig in der Gegend umeinander schieben müssten und wenn es dann am richtigen Platz ist oder in die richtige Richtung unterwegs ist, dann passt alles. Wir gehen damit davon aus und denken die ganze Zeit, es ginge darum, WAS wir machen. Solange wir das von außen betrachten, denken wir ständig, es ginge um das WAS. Und als könnten wir einschätzen und beurteilen, welches Was ein richtiges Was ist und welches Was ein falsches Was ist. Und wir verstehen dabei nicht, dass das höchst individuell ist, diese Entscheidung, dass man das nicht pauschal sagen kann, dass es schwierig ist, wenn das jemand von außen beurteilt. Und warum ist das so? Weil es um das WIE geht. Und zwar nicht um das Wie, das die anderen in dich hinein interpretieren, wenn sie dein Was sehen, sondern um das Wie, das du fühlst. Also es geht nicht um die Position, die du auf dem Spielfeld hast, es geht auch nicht um den Weg, den du gerade gehst, sondern es geht darum, WIE du diesen Weg gehst. Und das meine ich nicht im Sinn von WIE du gehst, sondern im Sinn von wie fühlst du dich dabei und vor allem fühlst du dich, gehst du diesen Weg bewusst, bist du präsent, bist du wirklich anwesend? Wenn dein WIE den Kern deiner Arbeit bestimmt, ist es egal, was du machst und für Arbeit kannst du auch jegliches Tun einsetzen. Alles, was du machst. Wir sind so fixiert auf das, WAS wir machen, dass wir die ganze Zeit nicht mitbekommen, WIE wir es tun, wie wir uns dabei fühlen, wie es anderen Menschen dabei geht. Genau genommen ist das unser einziges Problem. Wir sind nur nach außen orientiert und messen uns, unseren Erfolg, unseren Selbstwert, ALLES an äußeren Umständen und wir schauen kein einziges Mal nach: »Wie geht es mir dabei? Macht mir das wirklich Spaß? Möchte ich das wirklich tun? Möchte ich es wirklich auf diese Art und Weise tun?« Und noch nicht mal die Frage: »Gibt es andere Möglichkeiten oder kann ich es auf andere Arten tun?«, sondern »Gibt es einen Zustand oder ein Gefühl, das ich stattdessen lieber fühlen würde? Also stresse ich mich wirklich gern für das, was ich tu? Ganz egal, ob das meine Arbeit, mein Partner, meine Kinder, meine Familie, meine Eltern, meine Freunde sind?« Es gibt Menschen, die haben Freizeitstress. »Will ich das wirklich? Fühlt sich das gut an? Ist das, wie ich es mache, wirklich so, dass ich mich gut damit fühle?« Diese Fragen haben sich die meisten Menschen noch nie beantwortet. Und wenn, dann meist nur oberflächlich. Und dann gibt es einen Verstandes-Klassiker. Einerseits erkennst du und wenn du dich ehrlich fragst, sagst du: »Nein, ganz ehrlich, gut geht es mir nicht dabei.« Und dann kommt der Verstand und sagt: »Aber was muss, das muss. Es geht halt nicht anders. Es gibt keine andere Möglichkeit. Das ist halt so. Was will ich schon machen? Ich kann das ja nicht ändern. Die Welt ist so. Arbeit ist so. Die Menschen sind so.« Und so einleuchtend diese Erklärungen anfangs sind, so unwahr sind sie. Du kannst es verändern, wenn du willst. Und wenn du bereit bist, für diese Veränderung alles in Kauf zu nehmen, was rein aus logischen Gründen oder aus Verstandesgründen dagegen spricht. Es wird alles dagegen sprechen. Scheinbar die gesamte Welt spricht dagegen. Dein gesamtes Umfeld wird es verurteilen, die werden sagen: »Nein, so geht das nicht. Das wäre ja komisch, wenn das, was wir alle machen, ausgerechnet bei dir anders funktioniert.« Sie haben sich aber noch nie gefragt, warum sie es noch kein einziges Mal anders versucht haben. Ich weiß den Grund, sie haben auf die gehört, die in ihrem Umfeld gesagt haben: »Das geht nicht. Das kannst du nicht so machen. Das ist halt so. Wir sind hier auf einem Arbeits-Planeten und da muss jeder bis zur Rente arbeiten. Dann ist er froh, dass er in Rente ist. Und das war es.« Was für eine absurde Idee! Niemand findet diese Idee angenehm. Frag die Menschen, wie sie diese Idee finden! Die einzige Möglichkeit, die es gibt, diese absolut traurige Idee zu verarbeiten, ist durch Zynismus und Sarkasmus und durch Aufgabe, indem man sagt: »Ja pfff, was willst du machen? Die Welt ist halt so. Das ist halt die Welt, in der wir leben.« Nichtsahnend, dass es unzählige andere Welten gibt, wenn du bereit bist, die alte zu verlassen und eine neue zu betreten. Aber du musst dich dazu wieder an dem WIE orientieren statt an dem WAS. Und dann verliebst du dich in dein Tun im Moment, also in dich und nicht in irgendwelche Richtungen, die du noch abhaken musst oder die du ausprobieren musst, damit du es richtig gemacht hast. Du wirst es niemals richtig machen, wenn du dich an dem Was orientierst. Die einzige Möglichkeit, dass du es richtig machst, ist, wenn du schaust: »WIE geht es mir dabei?«