Jede Beziehung ist eine Beziehung in dir und zu deinen Körperempfindungen. Wie bei allem anderen in deinem Leben auch geht es bei einer Beziehung nur um die Beziehung in dir. Es geht darum, ob du dich auf dich selbst beziehen kannst. Nicht den andern gegenüber, sondern dir selbst gegenüber. Es geht also nicht darum, den andern zu sagen, wie es dir geht, wie du dich gerade fühlst, warum es dir mit bestimmten Verhaltensweisen nicht so gut geht, sondern es geht darum, ob du in dem Moment, in dem du das gerne sagen würdest, dich als erstes auf dich beziehen kannst, indem du genau nachschaust: »Wo im Körper fühle ich das gerade? Und muss ich deshalb wirklich handeln?« Die Antwort ist »NEIN!« Spoiler alert. Du willst aber trotzdem handeln. Das, was da handeln will, nennt man in der Spiritualität ‘Ego’. Das bedeutet aber nicht, dass du nicht handeln darfst oder dass du nie etwas sagen darfst, das ist überhaupt nicht der Punkt. Versteht kaum jemand. Der entscheidende Punkt ist, dass du als ERSTES bei dir nachschaust, dass du dich als ERSTES auf dich beziehst, auf DICH und deine Körperempfindung. Du schaust nach: »Wo im Körper fühlst du das gerade?« Als Nächstes schaust du nach: »Muss ich deshalb wirklich reagieren? Kann ich das aushalten? Ist es überhaupt so schlimm, wenn ich nicht darüber nachdenke? Und kann ich jeden Gedanken, den dieses Gefühl hervorbringt oder den ich aufgrund dieser Körperempfindung denke, ignorieren?« Auch da Spoiler alert. »JA!«, das geht. Das ist möglich. Es ist ungewohnt und wir tun uns schwer damit, das ist vollkommen normal, aber es ist nicht ausgeschlossen, es ist nicht unmöglich, Gedanken zu ignorieren, die aufgrund von Körperempfindungen entstehen. Und so ist es bei allem, was dir im Leben geschieht. Alles, was du erlebst, ist wie bei einer Beziehung. Nämlich der Beziehung zu dir selbst. Und selbstverständlich auch bei einer Beziehung ist es auch eine Beziehung in dir selbst. Der Verstand wird bei solchen Themen eine ganze Menge Mindfuck erzeugen, der wird dir sagen: »Ja, aber das ist ja widersprüchlich.« und »Ja, darf ich nie was sagen? Ich will doch auch mal was sagen.« Und das ist alles nicht der Punkt. »Ja, muss ich das jetzt für immer machen?« und »Dann latschen ja alle über mich drüber. Da kann ich ja gar nicht existieren. Da kann ich ja meine Grenzen nicht wahren. Wo führt das denn hin?« Ich kenne sie alle deine Gedanken. Ich kenne sie, weil ich meine kenne. So ist ER. So arbeitet ER. Und es geht nicht darum, ihn zu unterdrücken, zu verdrängen oder gar zu töten. Das ist nicht möglich. Wenn du ‘Revolver’ gesehen hast, weißt du, welche Szene ich meine: »DER kommt immer wieder. Die Frage ist: ‘Wer ist der Herr im Haus?’ Und der bist du.« Aber diese Position musst du einnehmen. Wenn du das nicht tust, übernimmt er die. Garantiert. Beziehungen unterscheiden sich also nicht von anderen Erlebnissen oder Situationen in deinem Leben und natürlich auch nicht partnerschaftliche Beziehungen. Gerade da nicht und gerade da ist es die größte Herausforderung. Und dazu ist sie da deine Beziehung, dass du die Beziehung in dir selbst zu dir selbst erkennen kannst und dass du fühlen kannst, wie sehr du getriggert bist, wie sehr du dich aufregen könntest und dich auch aufregst und wie sehr es wirklich notwendig ist, darauf zu reagieren und deinen Partner zu verändern, weil du denkst, dann würde es dir besser gehen, was niemals der Fall ist. Das ist unmöglich, denn die Unzufriedenheit ist in dir, die ist nicht in deinem Partner. Auch die Verletzung ist in dir, die ist nicht in deinem Partner und die wird auch nicht von deinem Partner gemacht. Es ist alles schon da. Du triffst nur den Partner, der dazu passt, zu DIR passt. Das ist doch das, was wir uns immer wünschen, oder? Einen Partner, der gut zu uns passt. Und wir verstehen nicht, dass wir den jedes Mal hundertprozentig richtig, exakt, auf den Punkt genau finden. Damit wir unsere Beziehung zu uns selbst überprüfen und aufbauen können. Damit wir uns selbst erkennen können.