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    25.8.2021AQ 1371
    »Solange du eine emotionale Reaktion auf Worte hast, kann dich jeder kontrollieren.«
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    Solange du eine emotionale Reaktion auf Worte hast, kann dich jeder kontrollieren. Deine emotionale Reaktion ist natürlich kein Problem. Genau genommen meine ich damit deine Reaktion auf deine emotionale Reaktion. Das bedeutet, Worte von anderen lösen in dir Emotionen aus, Gefühle, also Körperempfindungen. Das an sich ist vollkommen normal, zumindest in dem Zustand, in dem wir uns befinden. Was aber nicht ganz so praktisch ist, ist, dass wir auf diese Körperempfindung, auf diese Gefühle reagieren. Sprich wir denken, wir müssten etwas tun oder sagen oder etwas DAGEGEN tun und etwas DAGEGEN sagen und zwar gegen das, was von außen kommt, denken wir. Was wir damit aber tatsächlich meinen, ist das, was in uns ist. Also wir denken, wir möchten etwas gegen denjenigen tun, der uns etwas sagt oder wir möchten etwas gegen den sagen, gegen seine Argumente. Wir möchten widersprechen, wir möchten sagen: »Nein, ich bin nicht deiner Meinung.« Worauf wir aber tatsächlich reagieren, ist gar nicht der andere. Worauf wir reagieren, ist das Gefühl, das der andere in uns auslöst. Und das ist ziemlich dumm. Und das meine ich nicht böse, sondern es ist einfach unpraktisch, dass wir das so machen. Wenn der andere genau so unpraktisch ist wie wir, dann entsteht daraus ein klassischer Streit und wir mögen uns gegenseitig nicht und im Lauf der Zeit entstehen dann so Feindschaften, Feindschaften, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Wenn der andere dieses Spiel bei sich durchschaut hat und aus welchen Gründen auch immer keine guten Absichten hat und sich kontrollieren kann, dann kann er auch dich kontrollieren. Denn dann weiß er, was du kannst und was du nicht kannst. Und er weiß, was er sagen oder tun muss, damit du nicht nur emotional reagierst, sondern damit du auf deine emotionale Reaktion reagierst. So funktioniert Verhaltenskontrolle. Wenn du auf deine Emotionen nicht mehr reagierst, funktioniert die nicht mehr. Und das bedeutet nicht, dass du nicht emotional sein darfst. Aber es bedeutet, dass du deine Emotionen in dir fühlst und damit für dich behältst. Das ist keine Unterdrückung von Emotionen, aber auch nicht das Gegenteil, nämlich das Ausleben von Emotionen. Das ist auch kein Mittelweg, wie manche denken, sondern es ist etwas vollkommen anderes. Es ist etwas, was wir noch nie vorher gemacht haben. Deshalb verwirrt es uns und natürlich auch die anderen. Aber es entzieht jedem, der dich kontrollieren will — inklusive deinem eigenen Kontrolleur — die Macht der Kontrolle.