Wenn dir Menschen, die andere kopieren, erzählen, dass du du selbst sein sollst ... Kein echtes Zitat, aber eine lustige Angelegenheit, einfach nur, weil es in Mode ist und wir wissen natürlich auch, dass es richtig ist, dass wir wir selbst sein sollen und dass es tatsächlich auch gar nicht anders geht. Wir können ja niemand anders sein. Allerdings haben wir relativ wenig Übung darin, wir selbst zu sein und deshalb tappen auch diejenigen, die anderen sagen, dass sie einfach sie selbst sein sollen, in diese Falle, dass sie andere kopieren. Wie viele kannst du momentan beobachten, die ganz ähnliche Produkte machen wie die anderen, die ganz ähnliche Kurse anbieten, die dafür ganz ähnliches Marketing betreiben. Das haben die alle kopiert. Dummerweise ist es so, dass einiges funktioniert, weil es auf psychologischen Methoden aufbaut. Leider, leider, leider funktioniert es auch manchmal bei mir. Ich bin echt fast vom Stuhl gefallen, als ich gesehen habe zu welchem Zeitpunkt die Teilnehmer des Goldesels den Kurs gekauft haben. Dummerweise genau zu dem Zeitpunkt, zu dem es die Marketing-Spezialisten vorhersagen, aber Gott sei Dank funktioniert es manchmal auch überhaupt nicht bei mir. Und das ist dann wieder die Zeit, um demütig zu werden. Das würde allen gut tun, wenn es zwischendurch einfach nicht funktionieren würde, egal wie sehr man sich anstrengt. Vielleicht würden wir dann wenigstens zwischendurch zur Besinnung kommen, dass wir uns erinnern: “Ah Scheiße, ich soll ja ich selbst sein. Und ich selbst würde es ja gar nicht so machen. Ich mache es ja nur so, weil ich es so gelernt habe. Und ich mache es ja nur so, weil es auf diese Art und Weise bisher bei mir erfolgreich war. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, entspricht es mir gar nicht. Und wenn ich ehrlich bin, macht es mir auf diese Art und Weise gar keinen Spaß. Ich möchte gar niemanden überreden. Ich möchte gar nicht überzeugen oder von mir überzeugt sein müssen, damit andere mich sehen. Ich will gar nicht so tun, als hätte ich es schon geschafft. Ich will gar nicht so tun, als wäre ich mit allem durch. Und ich will viel lieber mich ehrlich beobachten und sagen: ‘Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich keine Ahnung. Wenn ich ganz ehrlich bin, erzähle ich dir nur eine Geschichte im Rückblick.’ Da kann ich dann immer sagen: ‘Ja, vor fünf Jahren war es noch schwer, jetzt fällt es mir leicht.’« Und ich erzähle den Weg, als wäre es klar gewesen, wohin er führt und dass er dorthin führt, wo ich heute bin und heute ist natürlich alles super. Aber ich verschweige dabei, dass ich vorher, während ich diesen Weg gegangen bin und wo ich das Ergebnis noch nicht kannte, mir nicht sicher war. Und ich war mir nicht nur nicht sicher, ich habe brutalst gezweifelt und ich war verzweifelt und ich hätte nie im Leben geglaubt, dass das, was ich da gemacht habe, zu irgendetwas führt, dass mir das irgendetwas bringt und ich war frustriert und das war nicht geil. Das war einfach nicht schön. Wir kopieren einfach gern, weil wir denken, das wäre eine Abkürzung, dadurch geht es schneller. Wir kopieren gern, weil wir denken, wir müssten das Rad nicht neu erfinden und wir könnten den Erfolg von anderen nachahmen, während wir überhaupt nicht wissen, was Erfolg ist. Wir nehmen an, dass es uns als Kopie leichter fällt. Und bei manchen entsteht tatsächlich der Eindruck, dass es so sein könnte, zumindest am Anfang. Aber es könnte sein, dass sich irgendwann dein Innerstes meldet und dass dann dieser ganze Erfolg, dieses ganze erfolgreiche Schauspiel als Kopie, als Abklatsch nicht mehr reicht und dass dein Innerstes nach außen will. In dem Moment kannst du alles in die Tonne treten, was du bisher gemacht hast und was du jemals erreicht hast. Es wird dir nie wieder genügen, denn es genügt dir nicht. Es wird DIR nicht gerecht.