Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    18.8.2021AQ 1364
    »Gedanklich wirst du dich niemals auf etwas ausruhen.«
    0:009:09
    Gedanklich wirst du dich niemals auf etwas ausruhen. Dieses Zitat war eine Antwort auf eine Aussage, dass sie sich gedanklich auf einem dann erreichten Ziel gerne ausruhen würde. Ruhe ist keine Fähigkeit deiner Gedanken. Gedanklich kannst du dich auf nichts ausruhen. Gedanken werden immer neue Gedanken produzieren, selbst wenn du kurz drüber nachdenkst: »Ah, jetzt hab ich das endlich geschafft. Sehr gut. Cool. Super. Toll. Jetzt kann ich endlich entspannen.« Und kaum entspannst du dich, kommt schon der nächste Gedanke, der dir sagt, was es noch alles zu erreichen gibt. Ruhe ist keine Fähigkeit deiner Gedanken. Ruhe ist eine Fähigkeit, die du nur ohne deine Gedanken erreichst. Und das bedeutet nicht unbedingt, dass gar keine Gedanken mehr da sein müssen, aber du musst in der Lage sein, die aufkommenden Gedanken nicht wichtig zu nehmen. Das ist die beginnende Ruhe. Dazu brauchst du nicht unbedingt Gedankenfreiheit, sondern die Fähigkeit, deinen Gedanken keine große Bedeutung beizumessen. Wenn ich solche Sätze früher gehört hätte, wäre ich entweder verzweifelt — schon beim Hören oder beim Versuch. Und zwar zurecht, denn ich habe die Kapazität nicht besessen und ich besitze immer noch nicht die Kapazität, Gedanken zu ignorieren. Das ist nichts, was ich machen kann. Der Mechanismus ist ein anderer. Und zwar die Gedanken lösen entweder keine intensiven Gefühle mehr aus oder ich kann die intensiven Gefühle, die Gedanken noch auslösen, bedingungslos fühlen, ohne reagieren zu müssen und ohne dadurch weitere Gedanken zu produzieren. Was uns zum Thema Ruhe oder Ruhig-Werden gesagt wird, ist also nicht falsch und du weißt ja auch nie, ob derjenige, der das behauptet oder der es dir sagt, wie es geht, es erstens tatsächlich selbst so erlebt und zweitens ob er den Prozess, der dazu geführt hat, dass er dir davon berichten kann, genau genug beobachtet hat und sich auch jetzt so genau beobachtet, dass er dir ehrlich berichtet. Eine große Falle dabei ist, wenn jemand eine Heldengeschichte erzählen möchte. Früher war alles so schlimm, dann hab ich meine Heldenreise gemacht und jetzt ist alles nur noch tschakka. Dieser Mechanismus, diese Idee und dieser Wunsch, etwas Besonderes sein zu wollen, verfälscht unsere Erfahrung. Natürlich nicht wirklich, sondern nur in unserem Geist. Und dadurch natürlich halt doch wieder tatsächlich, denn wir berichten dann nicht mehr, wie es wirklich war und wie es wirklich ist, sondern es bekommt eine mehr oder weniger große Färbung. Wenn ich diese Färbung weglasse und so ehrlich wie möglich bin, dann muss ich dir sagen: »Die Wahrheit ist, ich kann es nicht machen.« Nicht so, wie wir denken, dass wir Dinge tun können. Trotzdem hab ich die ganze Zeit was gemacht, aber nicht das, was jetzt das Ergebnis ist. Ich habe nur etwas gemacht, was zum Ergebnis geführt hat, wenn man das so überhaupt sagen kann, denn das Ergebnis ist extrem unspektakulär und gleichzeitig das für mich Unwahrscheinlichste, was in meinem Leben passieren hätte können, nämlich Ruhe von Gedanken, selbst wenn sie da sind, nicht von allen, es gibt ein paar, zwei, drei, da bin ich dann nicht so ruhig. Aber mein Ziel war nicht ruhig zu werden. Das habe ich auch nicht geübt. Und es war auch nicht notwendig, das zu üben. Mein Ziel war und ist, jeden Moment so zu erfahren, wie er wirklich ist. Und diese Wirklichkeit spielt sich nicht in Gedanken ab, sondern in meinem Körper.