Wenn du glücklich bist, wird Geld zur Randerscheinung. … und gleichzeitig werden deine Barrieren Geld gegenüber abgebaut. Dieses Zitat bedeutet nämlich nicht, dass es falsch ist oder nicht wichtig oder nicht richtig ist, Geld zu haben oder viel Geld zu haben, es bedeutet nur, es ist egal. Und das ist ein Unterschied und zwar ein wesentlicher und ich erkläre ihn dir auch. Solche und ähnliche Zitate werden in der spirituellen Szene ganz oft von denen benutzt, die wenig Geld haben. Sie benutzen dieses Zitat also nicht, weil sie seine wesentliche Bedeutung erkannt haben, sondern sie benutzen es, um ihre Situation zu rechtfertigen und um eine Ausrede zu haben für ihr Geldproblem. Und die meisten Menschen haben ein massives Geldproblem. Wenn du wirklich glücklich bist, ist Geld eine Randerscheinung und halt aber auch trotzdem willkommen. Es ist kein Problem, wenn es nicht da ist, es ist aber auch kein Problem, wenn es da ist. Wenn keines da ist, gibst du keines aus. Wenn eines da ist, kannst du eines ausgeben, wenn du willst. Meistens werden diese Erkenntnisse aber eben missbraucht für unsere eigenen Zwecke, nämlich dafür, dass wir uns das nicht anschauen müssen — unser Geldthema. Unser Riesenproblem mit dem Thema Geld, mit den Reichen, mit den Steuern, mit der Regierung, mit all dem, was wir für normal und selbstverständlich halten bis hin zu unserem projizierten Hass auf die Reichen, wo uns gar nicht klar ist, woher der kommt, womit wir ihn füttern und womit ihn auch andere für uns füttern. Welchen Artikel in Zeitungen wir zustimmen, dass es wichtig wäre, dass Amazon endlich Steuern zahlt, während wir gar nicht erkennen, dass dieser Artikel nicht für Amazon geschrieben wird, sondern für uns. Denn wenn wir der Meinung sind, dass Amazon dringend Steuern zahlen sollte, können wir ja nicht sagen, wir würden gerne keine oder weniger zahlen — als ob es bei Amazon, Google oder Apple irgendjemand interessiert, was in einer deutschen Zeitung steht. Also wenn du wirklich glücklich bist, wird Geld zur Randerscheinung und damit auch deine Meinung über gerechte Steuern. Wenn du wirklich glücklich bist, brauchst du kein Geld. Es macht aber auch nichts, wenn sehr viel davon da ist. Der entscheidende Faktor ist, ob du glücklich bist, nicht ob du Geld hast oder keines. Die meisten Menschen sind unglücklich, weil sie denken, sie hätten zu wenig Geld oder weil sie mit dem vielen Geld, das sie haben, trotzdem nicht glücklich sind. Wenn du wirklich glücklich bist, werden auch deine Barrieren Geld gegenüber — die Barrieren, die verhindern, dass Geld zu dir kommen kann —, abgebaut, weil Glück deine Programmierung auflöst. Und ich meine mit Glücksein nicht dieses ‘Happy’, ‘Immer-Fröhlich’, ‘Tralala’, sondern ich meine etwas, was man eigentlich nicht beschreiben kann, denn die deutschen Worte, die mir dafür einfallen, sind sehr unspektakulär. Eines davon ist zum Beispiel Gelassenheit, was aber auch schon nicht mehr stimmt, denn wenn du gelassen bist, fällt es dir gar nicht auf und dann gibt es auch kein Wort dafür. Wenn dich Dinge einfach nicht mehr aufregen, wenn du Themen in deinem Leben nicht mehr problematisierst, dann bleibt Zufriedenheit, Gelassenheit und auch Einfachheit. Es ist nicht mehr kompliziert. Auch das Geldthema ist nicht mehr kompliziert. Wenn du Geld hast, freust du dich und wenn du kein Geld hast, freust du dich trotzdem. Ein bisschen so wie dieses Zitat von Karl Valentin, glaube ich, der sagt: »Wenn es regnet, bin ich glücklich, weil wenn ich nicht glücklich bin, regnet es trotzdem.« Irgendwie so in die Richtung. Und genauso ist es mit Geld.