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    13.8.2021AQ 1359
    »Mein Lehrer braucht keine Inspiration von mir.«
    0:007:57
    Mein Lehrer braucht keine Inspiration von mir. Die Inspiration ist bei meinem Lehrer. Unser Ego mag keine Hierarchien. Es gibt aber verschiedene. Es gibt eine unnatürliche Hierarchie und es gibt eine natürliche. Die unnatürliche ist erzwungen, die natürliche nicht. Falls du jetzt denkst: »Na ja, das ist ja einfach. Das lässt sich ja leicht unterscheiden.«, dann täuschst du dich. Die natürliche Hierarchie kannst du wahrnehmen, du kannst sie fühlen. Aber da brauchst du sehr viel Übung, denn es gibt sehr viele versteckte unnatürliche Hierarchien. Die meisten unnatürlichen Hierarchien werden nicht offensichtlich erzwungen, da ist keine offensichtliche Gewalt am Werk. Niemand wird offensichtlich unterdrückt, aber versteckt schon. Denn die meisten unnatürlichen und erzwungenen Hierarchien basieren auf Programmierung. Und Programmierungen sind alles von extrem subtil bis fast offensichtlich. Nur ein paar Beispiele, ich würde mal sagen aus der mittleren Kategorie. Jemand hat einen Abschluss oder einen Titel. Für viele Menschen bedeutet das, dass er in der Hierarchie steigt. Oder auch jemand hat schon was erreicht oder jemand schreibt oder spricht gut über einen anderen. Und das geht natürlich auch noch alles viel subtiler. Das merkst du gar nicht. Für manche ist es zum Beispiel so, dass jemand, der die Charakterzüge des Vaters hat, automatisch Autorität zugesprochen bekommt. Woher das wohl kommen mag? Und so gibt es unzählige kindliche und frühkindliche verankerte Programme, die du dir gar nicht so leicht bewusst machen kannst. Für mich war es einfach. Mein Lehrer war so anders, dass ich ihn mit keinem bestehenden Programm abgleichen konnte. Und selbst falls da noch Programme gewirkt haben, war das andere, was ich da wahrgenommen habe, stärker und größer. Was mein Lehrer gesagt hat, war so anders und so inspirierend, dass ich jeglichen Drang verloren habe, selbst eine Inspiration zu sein und schon gar nicht für ihn. Die Inspiration ist bei meinem Lehrer, nicht bei mir — immer noch. Ich halte mich nicht für inspirerend oder für gleich inspirierend oder jetzt inspirierender. Irgendwann kam Inspiration von ganz allein, ohne dass ich die mit meinen bestehenden Programmen verarbeiten konnte oder aufnehmen konnte. Diese Inspiration konnte ich nicht machen und ich konnte sie noch nicht einmal in meine alte Welt irgendwie integrieren. Es war vollkommen unmöglich. Und ich hatte nie die Idee, mit meiner neu gewonnenen oder überhaupt erst erkannten Inspiration meinen Lehrer inspirieren zu wollen. Mein Lehrer ist größer als ich, viel größer, so groß, dass ich keinen Vergleich ziehen kann. Und das ist für mich eine natürliche Hierarchie, die ich nicht nur annehmen kann, sondern für die ich dankbar bin.