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    12.8.2021AQ 1358
    »Wenn du denkst, du kannst schon alles, kannst du nichts Neues mehr lernen.«
    0:009:29
    Wenn du denkst, du kannst schon alles, kannst du nichts Neues mehr lernen. Durch die Idee, bereits alles Wesentliche zu können und zu wissen, verstopfst du den Zufluss für Neues. Jemand, der der Meinung ist, dass er bereits alles kann und alles weiß, verschließt sich für alles. Um dich also zu öffnen für Neues, musst du davon ausgehen, dass du nicht weißt und nicht kannst und gar nicht unbedingt deshalb, weil das wirklich stimmt, sondern nur weil diese Haltung dafür sorgt, dass du Neues aufnehmen kannst. Aber natürlich nur, wenn sie von dir aus echt ist. Nicht wenn du das spielst oder wenn du so tust ‘als ob’ und du tatsächlich tief in dir vollkommen überzeugt bist, dass du alles erfahren hast, was es zu erfahren gibt oder dass dein Bild, dein Weltbild das richtige ist. Das bedeutet überhaupt nicht, dass du beliebig werden musst. Du kannst trotzdem eine Meinung haben, du brauchst sie aber auch nicht überbewerten. Die meisten Meinungen werden überbewertet, denn es kann wirklich alles sein — alles Mögliche und alles Unmögliche. Es kann tatsächlich stimmen und es kann einfach nur von einem sehr kreativen menschlichen Geist kommen, was dir erzählt wird, wie es angeblich ist. Du wirst es nie wirklich herausfinden, zumindest nicht alles beziehungsweise nur Teilaspekte davon, solange du außen suchst und nach außen schaust und von außen Wissen bekommst. Es gibt aber einen Bereich, da kannst du es wirklich selbst erfahren — und zwar komplett. Und dieser Bereich ist unabhängig von deiner Meinung, unabhängig von der Meinung anderer und du kannst ihn selbst untersuchen. Er ist uns so nah, dass wir ihn übersehen. Und dieser Bereich sind wir selbst. Wir können in einem Menschenleben zumindest den Versuch unternehmen, uns selbst zu erforschen. Das größte Problem dabei ist das größte Hindernis, das die meisten Menschen daran hindert, das zu erforschen. Und das ist, sie müssten sich selbst gegenüber vollkommen ehrlich sein, so ehrlich, dass es weh tut — und es wird weh tun. Niemand will das erleben. Uns ist es wichtiger, dass wir auf eine Ausbildung oder auf unser breites Wissen oder auf spezialisiertes Wissen hinweisen. Wir wollen nicht zugeben, wie es wirklich ist. Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir, dass unsere Ausbildung einseitig und gesteuert ist. Und wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir, dass unsere Meinung auch nur das ist: Eine Meinung, ein Glaube, Annahmen und Vermutungen. Das was wir so tief untersuchen können, dass wir wirklich wissen, entzieht sich für die meisten der näheren Untersuchung, denn diese Untersuchung würde nicht nur ihr Weltbild, sondern vor allem ihr Selbstbild vollkommen erschüttern. Sie würden erkennen, dass sie gar nicht wissen können, woher ihre Gedanken kommen. Sie würden herausfinden, dass sie gar nicht wissen, was Gedanken sind und wie sie entstehen und ihnen würde klar werden, dass das, woran sie ihr Leben bisher orientiert haben, eine Illusion ist und dass sie noch nicht einmal ihren Gefühlen vertrauen können, weil alles manipulierbar ist und weil wir als Erwachsene die Gefühle unserer Kindheit noch einmal erleben und dadurch auch die Welt unserer KIndheit manifestieren. Die einzige Möglichkeit dich selbst zu erkennen ist, in das absolute Nichtwissen einzutauchen.