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    8.8.2021AQ 1354
    »Großzügigkeit ist eine Haltung, keine materiell messbare Tatsache.«
    0:007:55
    Großzügigkeit ist eine Haltung, keine materiell messbare Tatsache. Warum misst du dann deine Großzügigkeit an der Höhe des Betrags? Die Höhe des Betrags ist nicht wichtig. Das Einzige, was wichtig ist, ist dein Gefühl beim Geben und zwar beim bedingungslosen Geben. Die meisten Menschen tun sich damit schwer, denn dieses Gefühl wollen viele nicht fühlen, weil beim bedingungslosen Geben kann sich der Verstand nicht positiv einschalten, wie er das normalerweise gerne tut, indem er dir sagt, wie gut das jetzt war und wie freundlich und wie hilfsbereit und wie großzügig du bist. Also kann er sich nur noch negativ einschalten. Und das macht er auch. Dann sagt er dir nämlich, dass du verrückt bist, warum du so viel Geld verschenkst und dass es doch gar keinen Wert hat. Weil dein Verstand in der Dualität groß geworden ist, hat er nur diese Möglichkeit: Er kann eine dieser beiden Positionen — und die natürlich abwechselnd — einnehmen. Mehr Möglichkeiten hat er nicht. Aber die nutzt er natürlich und die spielt er gegen dich aus, indem er hin und her springt und indem er immer die Position einnimmt, die dir gerade Probleme bereitet beziehungsweise die dem entgegensteht, was du gerade getan hast. Solange du beim Geben Absichten hast, steht dir dein Verstand mitunter hilfreich zur Seite. Dann sagt er dir: »Oh, schau mal, wie hilfreich das war!«, und macht dich dadurch wichtig. Tatsächlich macht er sich selbst wichtig. Er funktioniert innerhalb der vorgegebenen Programmierung. Wenn du beginnst, bedingungslos zu geben, wird er alles unternehmen, um dich schlecht zu machen, weil er keinen Sinn darin sehen kann, weil er alles misst, auch das, was nicht messbar ist, nämlich deine Freude oder auch deinen Schmerz beim bedingungslosen Geben. Oder auch die Freude oder den Schmerz bei demjenigen, der von dir bedingungslos bekommt, der bedingungslos erhält. Das ist auch nicht einfach. Bedingungslos gegeben hast du dann, wenn du bereit bist, jedes aufkommende Gefühl so zu fühlen, wie es gerade ist, wie es in dir erscheint. Der Verstand verbindet diese Gefühle meistens mit Gedanken beziehungsweise er versucht es. Er versucht diese Körperempfindungen mit Gedanken zu verbinden und deswegen lobt er dich oder er sagt dir, wie falsch du es gemacht hast. Beides ist nicht die Wahrheit. Was du tust, wenn du großzügig bist und bedingungslos gibst, ist nicht für die andern, sondern für dich und gegen ihn. Und deshalb kann es sein, dass jemand Millionen spendet, er aber überhaupt nicht großzügig ist. Und es gibt Menschen, die ein paar Euro oder sogar nur ein paar Cent spenden und deren Haltung ist großzügig. Diese Einschätzung kann dir auch niemand von außen geben — genau deshalb, weil es eben nichts mit der Höhe des Betrags zu tun hat, sondern es hat damit zu tun, was in dir geschieht. Und zwar nicht ‘was’ oder nicht nur, was in dir durch Gedanken geschieht, sondern eben auch durch Gefühle, Körperempfindungen und wie du damit umgehst, was du daraus machst. Ob du daraus Rückschlüsse auf dein nächstes Geben ziehst, ob du dich und deine Großzügigkeit veränderst, weil da Gefühle waren, Körperempfindungen, die du kein zweites Mal fühlen willst. Und deshalb ist die Haltung, die hinter Großzügigkeit steht, die Bereitschaft alle Gefühle zu fühlen, die aufkommen, wenn du bedingungslos großzügig bist.