Die gefühlte Hölle ist das größte Tor in den Himmel. Die Erklärung dazu ist logisch und einfach, die gelebte Realität nicht, denn das fühlt sich nicht gut an. Die einfache Erklärung ist folgende: Alles, was du momentan lebst, ist definiert von und durch deine Programmierung. Alles, was du als richtig oder falsch einstufst, alles, was du als gut oder böse einstufst, wird von deiner Programmierung gefiltert. Und du hast unzählige sogenannte Blockaden, die nicht das sind, was du denkst. Wir denken, Blockaden sind dazu da, um sie aus dem Weg zu räumen. Tatsächlich sind die Blockaden dazu da, um dich zu schützen. Und zwar zu schützen vor mehr und weiterem Schmerz. Deshalb sind die auch vollkommen sinnvoll und wirklich genau am richtigen Platz, an der richtigen Stelle positioniert. Dadurch wird dein Leben aber natürlich auch eingeschränkt. Und am Anfang fällt dir das nicht auf. Aber im Lauf der Zeit, im Lauf der Jahre wird es für die meisten Menschen immer schmerzvoller und die Hinweise werden immer deutlicher, dass da etwas anderes noch ist, wie man sagt. Und manche verwechseln das mit Mehr, mit etwas Besserem. Tatsächlich ist es immer schon da. Es ist nur blockiert. Wie gesagt sinnvollerweise. Denn es würde sich sehr, sehr schmerzhaft anfühlen, wenn es nicht blockiert wäre. Und wenn du jetzt eines Tages merkst, dass da noch was anderes ist, was einfach nur bedeutet, das, was schon immer da war und was blockiert wurde, dann musst du beginnen an diesen Blockaden zu kratzen. Und das löst Schmerzen aus. Denn genau davor haben dich diese Blockaden bewahrt und genau deshalb verstehen und leben vor allem viele Menschen diese Transformation nicht. Genau deshalb, weil das größte Tor in den Himmel deine gefühlte Hölle ist und das ist nicht hipp, das ist nicht toll, das ist nicht angenehm. Das fühlt sich nicht gut an und deshalb ist es auch nicht sehr populär. All das, all die Themen, all die Situationen, die in deinem Leben Schmerzen auslösen, sind ein Tor. Allerdings auch nicht so, wie sich das viele Menschen vorstellen, so: »Ha, da ist eine Tür, ich gehe durch. Ciao. Ich bin dann mal weg.« Nein, du bist erstmal im Schmerz. Und der Teil, der sagt: »Aber ich habe das jetzt schon so lang gefühlt, das geht mein ganzes Leben.«, der versteht nicht, was wirklich gemeint ist. Denn das bedeutet, dass du das erste Mal in deinem Leben nicht mehr im Widerstand zu deinem Schmerz bist, sondern dass du ihn willkommen heißt, dass du ihn einlädst und herzlich empfängst. Und es klingt schön und nett und nach rosa Plüsch und das ist es nicht, sondern es ist hart. Und es gibt niemanden, der das für dich tun kann und es gibt vor allem auch niemanden, der dir diesen Schmerz abnehmen kann und vor allem solltest du diesen Schmerz gar nicht abgenommen bekommen wollen und du solltest ihn auch nicht verkürzen oder verringern wollen. Denn du kannst deine Stärke und deine Präsenz in diesem Schmerz finden. Etwas, das stärker ist, nicht weil du so stark bist oder weil es so stark ist, sondern etwas, das stärker ist, weil es alles erlebt und auch alles überlebt. Und diese Präsenz — das bist du.