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    4.8.2021AQ 1350
    »Benutze deine Gedanken, statt dich von deinen Gedanken benutzen zu lassen.«
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    Benutze deine Gedanken, statt dich von deinen Gedanken benutzen zu lassen. Das klingt banal, ist es aber nicht. Wir leben unter dem Eindruck, dass wir unsere Gedanken im Griff hätten, dass wir wüssten, was wir denken und dass wir es steuern können. Und das mag in einigen Bereichen der Fall sein, in den wesentlichen Bereichen ist es nicht der Fall. Die wesentlichen Bereiche deines Leben sind diejenigen, in denen du automatisch denkst, automatisch fühlst und auch automatisch handelst. Die wesentlichen Bereiche deines Lebens sind diejenigen, in denen du nicht zufrieden bist und in denen du denkst, du wüsstest, was du willst, während du tatsächlich in dir das Gegenteil davon trägst. Und dieses Gegenteil trägst du in dir in Form von Gedanken, von automatisierten Gedanken und darauffolgend in Form von automatischen Gefühlen und Handlungen. Und in diesen programmierten Bereichen deines Lebens — und das sind die meisten Bereiche — kannst du nicht frei entscheiden und auch nicht frei und unabhängig denken. In diesen Bereichen kannst du deine Gedanken nicht benutzen, sondern deine Gedanken benutzen dich. Es ist wie eine Besetzung, nur ohne dieses gespenstische Element. Aber tatsächlich ist es etwas, was du — ohne dich damit zu beschäftigen und ohne dich auf dich selbst einzulassen — nicht ändern kannst. Und du kannst es auch ganz einfach überprüfen. Es gibt bestimmte Themen in deinem Leben, da ist es dir absolut unmöglich, von einem Gedanken, der eine Überzeugung von dir ist, das Gegenteil zu denken. Diese geistige Flexibilität ist dir vollkommen verwehrt aufgrund einer Programmierung. Du kannst nur behaupten, du könntest es und dann denkst du es halt kurz und dann sagst du es auch und nimmst es als Beweis dafür, dass du auch das Gegenteil sagen kannst, aber in dir gibt es einen Widerstand dazu und gibt es ein Gefühl dazu und da merkst du eigentlich, dass du dir selbst nicht glaubst und dass das, was du jetzt gerade gesagt hast oder gedacht hast, nicht stimmt. Ein ganz einfaches Beispiel, passend zum Goldesel. Versuche mal zu denken: »Ich bin reich!« Bei den Meisten wird das nicht funktionieren, weil sie nicht daran glauben, aber nicht nur weil sie nicht daran glauben, sondern vor allem weil sie vom Gegenteil überzeugt sind oder von irgendetwas anderem, was diesem Gedanken im Weg steht. Das heißt, du kannst es zwar denken und du kannst es sagen, aber du fühlst es nicht und du glaubst es nicht wirklich. Manche Menschen versuchen das trotzdem, das ganz oft zu denken und die denken dann auch, dass sich dadurch irgendetwas ändert. In einigen wenigen Fällen kann das auch funktionieren, die große Gefahr dabei ist aber, dass es nur eine Wahnvorstellung ist, die du dir selbst erzählst, aber nicht glauben kannst und dass du dich voll verrennst und das einfach nur ein Pseudo-Gehabe ist. Das kommt relativ häufig vor. Das heißt, du wünschst es dir zwar sehr — und ist auch nachvollziehbar, weil du das Gegenteil erlebst —, aber vor allem bist du vom Gegenteil überzeugt. Deshalb erlebst du es ja. Und damit lässt es sich nicht einfach damit wegmachen, dass du das Gegenteil davon denkst. Denn bei allem, was du dir wünschst, musst du zuerst für das Gegenteil bereit sein. Das bedeutet nicht, dass du es erleben musst, aber es bedeutet, dass du die Bereitschaft für das Gegenteil in dir tragen musst. Und das Gegenteil von dem, was du dir wünschst, ist ja deine aktuelle Situation. Und das ist das Doofe daran für die meisten, denn mit der sind wir ja nicht zufrieden, die hätten wir gerne anders. Statt dich also auf eine Wahnvorstellung einzulassen, ist es viel hilfreicher, dich für deine aktuelle Situation, so wie sie wirklich ist, zu öffnen und bereit zu sein, das vollkommen zu erleben. Wenn du das machst, beginnst du langsam aber sicher, deine Gedanken zu benutzen, statt dich von deinen Gedanken benutzen zu lassen. Du merkst nämlich, dass du dadurch, dass du nicht mehr im Widerstand bist mit dem, wie es jetzt gerade ist, auch gar nicht mehr das Gegenteil denken musst. Also du musst dir nichts mehr wünschen. Und gleichzeitig brauchst du es dir aber auch nicht mehr schlecht reden und du musst den Gedanken, die es dir schlecht reden, auch nicht mehr glauben. Es ist also die Notwendigkeit für negative und für positive Gedanken weggefallen beziehungsweise ich würde besser sagen, diese Notwendigkeit fällt Schritt für Schritt weg. Nicht alles auf einmal. Und dadurch wird ein unheimlich großes Potential frei. Eine Energie, die du bisher für negative oder auch für positive Gedanken verwendet hast, die du für dich nutzen kannst. Und du kannst plötzlich viel leichter kreative Gedanken, produktive Gedanken für dich nutzen.