Die einzige Ausbildung, die du brauchst, ist die Entbildung deiner Einbildung. Jede Einbildung ist ein Nachteil bei der Deprogrammierung beziehungsweise jede Einbildung ist Programmierung. Wir sind von vielen Dingen, von vielen Themen, Sachverhalten so überzeugt, dass wir sie glauben, obwohl wir sie auswendig lernen mussten, um sie uns merken zu können und dann identifizieren wir uns mit diesem Wissen, ohne dass wir es selbst erfahren hätten oder ohne dass wir es auch nur annähernd nachvollziehen können. Und dann bilden wir uns auch noch etwas darauf ein und denken, dieses Wissen gäbe uns irgendeinen Wert und Bedeutung. Wir sitzen auf einem sehr hohem Ross, von dem wir nur äußerst ungern absteigen möchten, weil wir in dieses hohe Ross sehr viel investiert haben. Wir haben unsere gesamte Bedeutung in dieses hohe Ross namens Wissen hineingelegt. Wir geben dem all unsere Bedeutung. Wir denken: »Wir sind das.« Es wäre so traurig, wenn das wahr wäre. Wir sind nicht nur so viel mehr, wir sind vor allem. gar nichts davon, nichts von diesem Wissen. Und da es uns als Kind beigebracht wurde, dass wir Wissen ansammeln müssen und dass uns angesammeltes, angehäuftes Wissen Wert gibt, dass sich unser Wert und auch unser Selbstwert aus der Menge an Wissen ergibt, Wissen, das wir auswendig lernen, denken wir das als Erwachsene immer noch und machen eine Fortbildung nach der anderen, versuchen ein Zertifikat und Diplom nach dem anderen zu bekommen und orientieren uns dabei immer noch an äußeren Umständen und an Menschen, von denen wir denken, sie könnten uns durch Wissensvermittlung etwas geben. Die einzige Wissensvermittlung, die dir jemals etwas bringen wird, ist zu erfahren, wie du es schaffst, alles, was du dir eingebildet hast, zu vergessen. Das ist der Grund, warum ich mein Jahresprogramm nicht Ausbildung nenne, sondern Intensiventbildung. Und das ist auch der Grund, warum es kein Zertifikat gibt, keine Abschlussarbeit und kein Diplom. Es geht darum, von all dem wieder frei zu werden. Und zwar wirklich. Nicht nur im Widerstand zum bestehenden System, sondern tatsächlich zu erkennen, dass dieses System in dir keinen Bestand hat und dass du es nicht weiter bedienen möchtest und auch gar nicht mehr kannst. Das passiert, wenn du in der Lage bist, deine Gedanken zu ignorieren, deinen Verstand zu verlassen und das Leben wieder so zu erfahren, wie es wirklich ist: Gedankenfrei. Und auch frei von der Einbildung, dass du irgendetwas auswendig lernen müsstest, um etwas zu wissen oder auch um etwas zu können. Alles, was du wissen musst, ist entweder in dir angelegt oder du hast automatisch Zugriff darauf. Um diesen Zugriff aber zu bekommen, musst du dich wirklich deprogrammieren. Du musst wirklich bereit sein, durch alle deine Widerstände hindurch, Neues zu erleben. Und alles zu vergessen, was als moralische Idee und als Systemprogramm in dir ist. Das klingt vielleicht ein wenig theoretisch, aber es wird sehr praktisch erfahrbar, weil es in der Intensiventbildung nicht um Erklärungsmodelle oder theoretische Abhandlungen geht, es geht ausschließlich um deine gelebte Praxis. Und da es sehr schwer ist, das alles in einem bestehenden Umfeld zu bewerkstelligen, habe ich mich entschieden, die Entbildung zu verlängern und viermal zehn Tage zu machen. Vor der letzten Entbildung waren es noch sechs Wochenenden à drei Tage und es war viel zu kurz. Es war sogar so, dass wir bei der letzten Intensiventbildung zwei Zehn-Tage-Programme zusammengelegt haben und dadurch ist ein zwanzig-tägiges Retreat entstanden, wo die Teilnehmer gesagt haben, obwohl sie die zehn Tage schon kannten, dass diese zwanzig Tage noch mal so viel intensiver waren. Eine Wochenende ist zu kurz, auch eine Woche ist zu kurz. Du musst wirklich beginnen, es zu leben. Du musst aus deinem gewohnten Umfeld heraus und du darfst so wenig Kontakt wie möglich haben, zu allem, was dich zurückziehen könnte in dein bisheriges Programm. Die andere Möglichkeit ist, du machst es tatsächlich in deinem echten Leben — in dem Sinn, dass du dich tatsächlich aufmachst und alles anders machst als bisher. Wenn du das alleine schaffst, herzlichen Glückwunsch! Wenn du Unterstützung brauchst, bin ich endlos gerne für dich da und erinnere dich an deine Entbildung der Einbildung.