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    28.7.2021AQ 1343
    »Wenn Menschen ihre eigenen Gefühle nicht fühlen, versuchen sie das Verhalten von anderen zu kontrollieren.«
    0:008:27
    Wenn Menschen ihre eigenen Gefühle nicht fühlen, versuchen sie das Verhalten von anderen zu kontrollieren. Ich habe heute zwei lustige und absurde Beispiele für dieses Zitat. Beispiel eins ist sehr kurz. Ein Mutter macht mit ihrer dreijährigen Tochter ‘The Work’ von Byron Katie. Da fehlen mir die Worte. Sie stellt also ihrer Tochter die vier Fragen, die sie sich selbst stellen müsste. Wir versuchen immer, bei den anderen fündig zu werden statt bei uns. Aber es steht auch irgendwie für unsere Zeit der Verwirrung und der Umkehrung. Und durch diese Umkehrung und durch diese Verwirrung kümmern wir uns wieder um die anderen und um alles außerhalb von uns. Das zweite Beispiel kommt, wenn ich es richtig verstanden habe, aus der sogenannten bedürfnisorientierten Erziehung. Und da fragt eine Mutter ihr Kind: »Wo fühlst du die Wut im Körper?« Und sie sagt: »Es macht nichts, dass du wütend bist. Die Wut geht vorbei.« Und das ist total irre. Die Frage »Wo fühlst du die Wut im Körper?« könnte eine Frage sein, die auch ich dir im Retreat oder in der Entbildung Online stelle. Aber das ist keine Frage, die du weitergeben solltest an deine Kinder. Das ist noch nicht mal eine Frage, die du an deinen Mann weitergeben solltest, sondern du solltest es für dich machen und für dich beantworten, aber nicht logisch und nicht abarbeitend, sondern diese Frage kannst du dir in jedem Moment selbst stellen. Das ist eine Frage für dein eigenes Erwachen. Und wenn du diese Frage für dich erfolgreich verwendest, dann ist das Ergebnis davon nicht unbedingt, dass du spirituelle Lehrerin oder spiritueller Lehrer wirst. Das ist eine Möglichkeit, aber es gibt viele andere Möglichkeiten und du wirst einfach so inspirierend. Dazu brauchst du aber nicht diese Frage verwenden. Sondern du wirst so, du wirst so inspirierend, weil du diese Frage lebst. Für dich. Und Menschen fühlen das, wenn jemand authentisch ist, wenn jemand bei sich nachschaut, wenn jemand seine eigenen Probleme bearbeitet statt die von anderen. Und dann brauchst du auch dein Kind nicht fragen, wo es die Wut im Körper fühlt, sondern du kannst deine Gefühle fühlen, während dein Kind einfach wütend ist. Das sind zwei klassische Beispiele wie wir beziehungsweise unser Verstand sofort eine Übersprungshandlung macht. Also wir haben das gehört, wir haben es für uns vielleicht einmal gemacht, vielleicht auch zehnmal, aber wir sind noch nicht wirklich durch mit dem. Wir haben es keine tausende Male oder zigtausende Male gemacht und schon wollen wir es auf andere anwenden und dann gleich auch auf die Kinder. Und das nur, damit wir unsere Gefühle nicht fühlen müssen. Wir versuchen damit wieder einmal, das Verhalten der anderen zu kontrollieren oder zumindest zu verändern. Das ist das Gleiche wie früher, da hat man den Kindern gesagt: »Brauchst doch nicht traurig sein. Brauchst doch nicht wütend sein. Gibt doch gar keinen Grund.« Es ist das gleiche Spiel in grün. Und wir checken es mal wieder nicht. Und dadurch machen wir etwas, was wirklich hilfreich ist — oder zumindest sein kann — zu etwas, was es nicht ist. Hilfreich ist es nämlich dann oder kann es dann sein, wenn wir es für uns verwenden. Und wir machen es zu etwas, was überhaupt nicht mehr hilfreich ist, wenn wir nur wieder versuchen, andere zu manipulieren und zu verändern. Also nicht die Methode bestimmt den Erfolg oder das Ergebnis, sondern die Art und Weise wie wir diese Methode verwenden und ob wir sie für uns verwenden oder ob wir sie auf andere anwenden. Diese Haltung macht den kompletten Unterschied. Und das ist immens groß, wenn du das erkennen kannst, wenn du wirklich sehen kannst, warum das so ein großer Unterschied ist.