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    19.7.2021AQ 1334
    »Der Kampf gegen das Patriarchat ist das Patriarchat in dir.«
    0:007:28
    Der Kampf gegen das Patriarchat ist das Patriarchat in dir. Etwas, das in dir nicht existiert, brauchst du und kannst du auch gar nicht bekämpfen. Ein Patriarch kämpft, sonst wäre er keiner. Wenn du kämpfst, bist du auch ein Patriarch. Das gesamte Thema Patriarchat ist natürlich ein Trigger-Thema, aber es ist an sich auch etwas sehr Einfaches. Im Ursprung bedeutet es nämlich nichts anderes, als dass der Mann führt und Führung ist nichts Negatives. Aber im Lauf der letzten Jahrzehnte haben sich einige dieses Thema geschnappt und auf eine Art und Weise verändert, wie es zum Kampf führt. Und jetzt wird das Patriarchat bekämpft, was nur bedeutet, dass wir Kampf mit Kampf bekämpfen beziehungsweise den Teil des Patriarchats, der tatsächlich Kampf war. Und so machen wir das bei allen Themen. Wir versuchen, Kampf mit Kampf aufzulösen. Und das funktioniert natürlich nicht, das kann nicht funktionieren. Denn egal, wer gewinnt, derjenige, der verliert, wird sich immer unterlegen fühlen und wird zum Gegenschlag ansetzen. Das bedeutet, selbst wenn das Patriarchat falsch war oder schlecht und schlimm, dann können wir es nicht durch einen Kampf ablösen. Denn dieser Kampf, der in uns stattfindet, der kommt ja, muss ja ganz offensichtlich aus dem Patriarchat kommen, also genau aus dem, was wir vermeiden oder abschaffen wollen. Je mehr du also kämpfst, desto mehr fütterst du, was du abschaffen willst. Je intensiver du das machst, desto größer wird das Ganze. Es gäbe eine viel elegantere und auch effektivere Lösung. Du gibst dem Patriarchat keine Energie mehr und zwar als allererstes dem Patriarchat in dir, also dem Kampf in dir. Und im zweiten Schritt natürlich auch dem Patriarchat außerhalb von dir. Das ist aber nur eine Folgeerscheinung. Das fällt dir dann vollkommen leicht und ist auch total normal, denn etwas, dem du in dir keine Aufmerksamkeit gibst, kannst du außerhalb gar keine geben. Du kannst es dann ja noch nicht einmal mehr außerhalb von dir erkennen, weil du keine Resonanz mehr in dir hast. Es existiert für dich nicht mehr, obwohl es noch existiert, zumindest für andere. Wir machen aber genau das Gegenteil. Wir versuchen dann das, was wir nicht wollen, so oft wie möglich zu identifizieren. Das ist ein unfassbarer Mechanismus und den gilt es nicht nur intellektuell zu verstehen und abzuhaken, sondern in dir zu finden, wann du das machst. Wann suchst du außerhalb von dir das, was du eigentlich nicht mehr willst? Was du am liebsten abschaffen würdest und gibst ihm deine komplette Aufmerksamkeit und richtest deinen Fokus nur noch darauf? Der Kampf gegen den Krieg ist der Krieg in dir. Der Kampf gegen das Patriarchat ist das Patriarchat in dir — weil du ihm die Aufmerksamkeit gibst und weil du es zu deinem Feind erkoren hast, weil du denkst, es ist außerhalb von dir und muss außerhalb bekämpft werden. Tatsächlich hat es seine Wurzeln in dir. Und deshalb musst du radikal sein und zur Wurzel gehen. Und das ist nicht leicht. Denn wir müssen alles über Bord werfen, was wir denken, gelernt zu haben und wovon wir sehr überzeugt sind, wofür und wogegen wir kämpfen müssen. Aber etwas, das in dir nicht existiert, kannst du nicht bekämpfen.