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    17.7.2021AQ 1332
    »Es gibt nichts zu tun!«
    0:008:38
    »Es gibt nichts zu tun!« Soham Ich habe nicht mitgezählt, wie oft mein Lehrer Soham diesen Satz gesagt hat, aber es muss oft gewesen sein. Der Verstand kommt mit diesem Satz nicht klar, für ihn ist es kaum auszuhalten, aber deine Seele kann die Wahrheit erkennen. Der Verstand denkt, es ginge bei diesem Nichtstun um deine Tätigkeit, also um das, was du aktiv tust beziehungsweise dann eben nicht tust. Ganz normale Tätigkeiten oder Vorgänge wie morgens Aufstehen, Zähneputzen, Spazierengehen, Arbeiten, was auch immer, Einkaufen. Und der Verstand versteht nicht, dass es dabei um ihn geht. Wahrscheinlich vermutet er es und deshalb wehrt er sich mit Händen und Füßen gegen diese Aussage, denn er will seine Macht, die er über dich ausübt, nicht verlieren. Es geht tatsächlich um dein Nichtstun im Verstand und um das zu erreichen, wenn man überhaupt davon sprechen kann, ist es oder kann es hilfreich sein, auch über einen längeren Zeitraum tatsächlich außen nichts zu tun. Dein Verstand ist der Antreiber, der sagt, dass das nicht geht, dass das unter keinen Umständen möglich ist. Er hält das für Humbug und für Faulheit. Das muss er so sehen, denn falls er dir die Erlaubnis geben würde, das zu überprüfen, könnte es ja sein, dass du herausfindest, dass gar nicht das passiert, was er dir vorhersagt, dass dieses Nichtstun gar nicht dein Untergang ist und zwar weder dann, wenn du nichts tust, indem du nicht darüber nachdenkst oder indem du tatsächlich nicht aktiv wirst und nicht ins Tun kommst, nicht ins Handeln kommst, was ja grad eine große Mode ist. Alle wollen ins Handeln kommen, alle wollen ins Tun kommen, weil sie denken, sie leiden an Aufschieberitis oder als Fachwort der Prokrastination und wir denken, das sei eine Störung, unter der wir leiden. Und wir verstehen gar nicht, was tatsächlich dahintersteckt, nämlich wenn wir etwas verschieben, macht es uns ganz offensichtlich keinen Spaß. Es ist also eine sinnvolle Reaktion, aber der Verstand erzählt dir: »Das ist ganz schlecht.« Es gibt viele Studenten, die kennen das. Am Anfang ist so eine ganz kurze Begeisterung für die Seminararbeit oder fürs Lernen und dann sinkt die Motivation dramatisch ab und wird erst wieder unter Zeitdruck aktiviert. Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass du nicht das machst, was du gerne tust und wenn du etwas tust, was du nicht gerne tust, dann wäre es besser, nichts zu tun als das. »Es gibt nichts zu tun.« ist der K.-o.-Schlag für deinen Verstand. Suche dir den Lehrer gut aus, der dir diesen Schlag versetzen darf und gib dich hin und erkenne, dass dieses Zitat auf allen Ebenen gültig ist und dass es, wenn es ein Lehrer authentisch sagt, kein Spruch ist, sondern seine gelebte und erlebte Realität, in der er selbst dann verankert ist, falls der Verstand kommt und sagt: »Jetzt müssen wir aber wirklich dringend was tun.« Eine Verstandes-Attacke kann jeden erwischen und je nachdem, wie wahrhaftig du Spiritualität lebst, desto geerdeter bist du und desto leichter kannst du dich selbst auf das berufen, was die Wahrheit ist und desto eher gelingt es dir, deinen Verstand zu erkennen und auch zu ignorieren. Und bis es soweit ist, helfen dir genau solche Sätze wie der von Soham.