Wir vererben durch unser Verhalten, nicht durch unsere Gene. Es ist modern geworden, alles auf die Gene zu schieben. Damit sind wir fein raus, denn dadurch ist es ja Schicksal und keine Wahl. Dadurch können wir nichts dafür und wir können nichts tun. Es ist halt vererbt. Was willst du schon machen? Damit haben wir den Schwarzen Peter weitergegeben und den haben wir von unseren Eltern bekommen und die haben den von ihren Eltern bekommen und die von ihren Eltern und so weiter und so weiter Unser Verhalten ist in den ersten Lebensjahren eines Kindes das einzig Relevante. Unser Verhalten bestimmt die Atmosphäre, bestimmt die Gefühle. Das ist unser direktes, unmittelbares Erbe. Eines, das wir weitergeben und vorher natürlich eines, das wir bekommen. Und die Frage ist: Wann beginnen wir dieses Erbe zu verändern? Wer fängt damit an, dieses Erbe anders weiterzugeben? Nicht-Weitergeben geht nicht, Gar-nicht-Verhalten funktioniert nicht -— es geht natürlich schon, einfach im Sinn von Abtauchen —, aber es funktioniert nicht, denn selbst dieses Nicht-Verhalten oder diese Nicht-Präsenz gibt etwas weiter, vermittelt etwas und wenn es nur die Vermittlung eines Mangels ist. Das ist kein Aufruf, dich verrückt zu machen und dich selbst die ganze Zeit unfassbar selbstkritisch zu beobachten und dich zu verurteilen für dein gesamtes Verhalten und dafür, dass du es nicht ändern kannst und so weiter. Es soll nur die Prioritäten gerade rücken, die Prioritäten, die auf allem Möglichen liegen, nur nicht auf dem, was wirklich relevant ist. Das, was wir als Kind in den ersten drei bis vier, fünf, sechs Jahren als grundlegendes Verhalten, als grundlegende Stimmung wahrnehmen, prägt uns viel, viel mehr, als alle Gene dieser Welt. Die Erklärung mit den Genen und der Vererbung hat viel damit zu tun, dass wir immer noch so tun, als hätte unser Leben nichts mit uns zu tun, als wäre alles ein blöder kosmischer Zufall, dessen Opfer wir sind und als hätten wir keinen Einfluss und genau das wird dir auch gesagt. Ich habe gerade einen Beitrag gesehen, ich hab jetzt den Namen des Arztes vergessen, aber der hat gesagt: »Diese Gen-Entschlüsselung ist nur ein Modell. Wir haben keine DNA, wir haben Chromosomen.« Und diese Chromosomen kann man natürlich in einem Modell in seine Einzelteile zerlegen, aber dann sind es keine Chromosomen mehr. Und Chromosomen sind alles andere als neunzig Prozent Chunk-DNA, also Abfall-DNA, wie ja behauptet wird. Dieser Arzt sagt: »Unsere Chromosomen sind Antennen.« und diese Antennen nehmen wahr, die nehmen auf, die empfangen. Und was glaubst du, was die empfangen? Alles. Alles, was existiert. Das heißt alles, was du wahrnehmen kannst und auch alles, was du nicht wahrnehmen kannst mit deinen anderen Sinnen. Die empfangen nicht die Chromosomen deines Vaters, wenn der schreit, sondern die empfangen die Energie deines Vaters, wenn er schreit. Es ist Zeit, dass wir das Leben wieder als Ganzes begreifen, statt zu versuchen, es in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Es wird uns nämlich nicht gelingen, das Leben zu erklären durch die Betrachtung der Bestandteile.