Unsere Fokussierung auf Fehler verhindert, dass wir fündig werden. Wenn wir etwas suchen, dann nehmen wir bei der Suche unsere komplette Programmierung mit und diese Programmierung legt ihren Fokus auf die Fehler, auf Probleme und mit dieser Programmierung versuchen wir herauszufinden, was richtig und falsch ist. Und das kann nicht funktionieren, weil die Unterscheidung nach richtig und falsch im Rahmen der Programmierung nur wenig zufriedenstellende Ergebnisse liefern muss. Wir orientieren uns dabei immer an unserer Vergangenheit, was wir erlebt haben und entsprechend diesen Erlebnissen, entsprechend dieser Erlebnisse — keine Ahnung, deutsche Sprache … schwere Sprache — und entsprechend dieser Erlebnisse, die wir hatten, ordnen wir alles ein und damit ordnen wir alles unter. Wir ordnen alles unserer Vergangenheit unter und dadurch bestimmt sie unsere Zukunft. Deshalb wiederholen wir ständig unsere Vergangenheit und in unserer Vergangenheit wurde uns beigebracht, uns auf Fehler zu konzentrieren. Du kannst das vollkommen einfach nachvollziehen. In der Schule, wenn du eine Klassenarbeit geschrieben hast, eine Stegreifaufgabe, eine — was auch immer für eine — Arbeit, für einen Test, dann wurden die Fehler angestrichen und je mehr Fehler du hattest, desto schlechter wurde deine Arbeit bewertet. Und das ist jetzt auch der Grund, warum dann einige denken, man sollte das Positive hervorheben. Der Witz ist, wenn man sich nicht auf das Negative fokussiert, wenn man seinen Fokus nicht auf die Fehler richtet als erstes, dann braucht man auch das Positive nicht überbewerten oder besonders hervorheben, weil es keine negative Programmierung gibt in Richtung Fehler. Man muss dann also nicht dem Kind und später dem Erwachsenen helfen und ihm sagen, wie toll er ist und wie gut er es macht, weil es ja nicht geschädigt ist oder nicht beeinträchtigt ist von dem Blödsinn, dass man ihm erst gesagt hat, wie scheiße es ist und wie schlecht und wie viele Fehler es gemacht hat. Aber dieser Fokus ist halt natürlich in uns und den tragen wir durch die Gegend und entsprechend gehen wir mit uns selbst um und entsprechend gehen wir auf andere zu und bewegen uns in dieser Welt. Und dieser Fokus verhindert, dass wir Lösungen finden. Lösungen, die jenseits von richtig und falsch liegen. Es gibt nämlich kein Richtig und Falsch. Das ist eine Programmierung, die uns sehr früh beigebracht wurde und an der orientieren wir uns, an der orientiert sich unser Verstand, denn er hat nichts anderes gelernt und er kennt nichts anderes. Er möchte es richtig machen, weil er nicht wieder die mit rot markierten Fehler in seinem Leben angestrichen bekommen will und das ist zwar einerseits eine Metapher, aber andererseits genau das, was wir anstreben. Genau deshalb handeln wir oder handeln wir nicht. Das ist unser Antrieb. Und dieser Antrieb macht unseren Fokus auch extrem eng, weil wir entsprechend diesem Antrieb unzählige Urteile in uns haben, was richtig und was falsch ist und was wir entsprechend also machen dürfen, weil es sich gehört oder weil es in Ordnung ist oder weil es von anderen als richtig bewertet wird und was wir nicht machen dürfen, weil es von anderen behauptet wird, dass es unmoralisch ist oder überhaupt schlecht, nicht gut und es irgendwo nicht hineinpasst. Und diese Urteile verhindern, dass wir es auch nur im Ansatz ausprobieren. Wir trauen es uns nicht. Wir haben Angst. Das ist aber eine Angst, die wir sehr wahrscheinlich gar nicht im Körper fühlen, sondern es ist eine ausgedachte Angst. Die Angst würde erst kommen, also die gefühlte Angst im Körper würde erst kommen, wenn wir es anders machen, als unser Verstand das Ganze vorgibt. Wenn wir das machen, kann es aber sein, dass die Angst so richtig kommt, gefühlt im Körper, nicht als Idee. Und das sind die Momente, in denen du wächst. Nicht die Momente, in denen du dich super fühlst und ganz toll und alles ist happy und du hast alles richtig gemacht, sondern in den Momenten, in denen du alles falsch machst und es sogar bewusst wählst, es falsch zu machen. Dahinter wartet die Freiheit auf dich, die ist schon immer da, die war nie weg, du hast dich nur nie getraut, diese Körperempfindung bewusst auszulösen und bereit zu sein, sie vollkommen zu fühlen. Und deshalb gelingt es auch nicht vielen Menschen aufzuwachen, weil dieser Weg extrem unangenehm ist. Das ist kein einfacher Weg, das ist ein Weg für diejenigen, die es wissen wollen. Das ist kein Weg für die Bequemen, kein Weg für diejenigen, die lieber Ausreden suchen und es ist kein Weg für diejenigen, die alles tun, um innerhalb ihrer Komfortzone zu bleiben. Das ist ein Weg für die Abenteurer, Pioniere, für die, die nicht in die Gesellschaft passen, die Komischen, Seltsamen, Verrückten. Und dieser Weg belohnt dich mit einer Freiheit, die du dir in deinen kühnsten Träumen nicht ausmalen kannst.