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    4.7.2021AQ 1319
    »Traden ist eine der spirituellsten Erfahrungen, die du haben kannst.«
    0:0011:21
    Traden ist eine der spirituellsten Erfahrungen, die du haben kannst. Natürlich ist Traden selbst keine spirituelle Erfahrung in dem Sinn, wie man das verstehen könnte, aber wie das halt so mit kurzen Sätzen ist und mit Verkürzungen, es ist nicht gemeint, dass Traden eine spirituelle Erfahrung ist, sondern dass du dabei eine spirituelle Erfahrung machen kannst, wenn du bereit bist, alles zu fühlen, denn Traden löst jede Menge Gefühle aus. Wir denken, wirtschaftliche Nachrichten bestimmen den Aktienkurs oder den Kurs der Kryptowährung, tatsächlich bestimmen Gefühle diesen Kurs. Und das ist auch bekannt. Das ist für Trader oder für Menschen, die traden lernen, nichts Neues oder Geheimes, sondern gerade die Trader sprechen ganz oft und ganz viel von etwas, was man Emotionsmanagement nennen könnte und sie versuchen, die Emotionen mit Logik zu managen beziehungsweise mit Informationen und obwohl sie recht haben, scheitern sie damit bei Menschen, die versuchen, über die Logik ihre Emotionen zu managen, denn das ist nicht möglich. Es hat nämlich keinen Wert, wenn ich dir etwas übers Traden erzähle, wenn du es nicht selbst erlebt hast. Es bringt erst dann etwas, darüber zu sprechen, wenn du erlebt hast, dass du am Allzeithoch, aus Angst etwas zu verpassen, eingestiegen bist, und dann, nachdem es fünfundachtzig Prozent gecrashed ist, aus Angst, dass es auf null geht, alles verkauft hast. Aber wenn du das mal erlebt hast, dann brauchen wir gar nicht mehr darüber sprechen, denn dann weißt du ganz genau, was gemeint ist und dann hast du deine Emotionen zumindest zum Teil verarbeitet, im Idealfall, wenn du bereit warst, alle deine Gefühle zu fühlen, die währenddessen aufkommen. Und es geht beim Traden nur um Gefühle. Es ist ein bisschen Technik, aber die ist im Verhältnis zu deinen Emotionen absolut nebensächlich. Die meisten Menschen sind auch beim Traden von Angst gesteuert. Von der Angst, alles zu verlieren oder von der Angst, nicht genügend Gewinn zu machen. Und es gibt Menschen, die beschweren sich, dass Aktien und Kryptowährungen, generell alle Märkte, manipuliert werden und während es sehr wahrscheinlich stimmt, dass alle Märkte manipuliert werden, verpassen sie den wesentlichen Teil, denn die einzige relevante Frage ist: Wann bist du manipulierbar? In welchem Zustand musst du sein, damit man dich manipulieren kann? Und wärst du auch noch manipulierbar, wenn du bereit wärst, alles zu verlieren? Und damit meine ich, wenn du bereit wärst, alle Gefühle zu fühlen, die aufkommen, falls du alles verlierst oder falls du dabei bist, alles zu verlieren. Das bedeutet nicht, dass du immer alles verlieren musst oder wirst, sondern das bedeutet, dass du deine Angst verlierst. Und wenn du deine Angst verlierst, reift in dir gleichzeitig eine Fähigkeit und das ist die Fähigkeit abzuwarten und keine Torschlusspanik zu bekommen und keine Kurzschlussreaktionen an den Tag zu legen, falls mal etwas, was du teuer eingekauft hast, dramatisch fällt. Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn du 2017 von Bitcoin erfahren hast, Ende 2017 im November oder Dezember, und dann im Dezember am Höchststand eingestiegen bist bei sechzehntausend Euro und dann hast du es fallen gesehen auf zwölftausend, dann ist es kurz zurückgekommen auf vierzehntausend und dann ist es komplett abgekracht und war — ich weiß jetzt die Werte nicht auswendig —, dann irgendwann wieder bei dreitausend Euro. Wenn du bei dreitausend Euro dann verkauft hast, weil du nicht alles verlieren willst, hast du von sechzehntausend auf dreitausend Euro reduziert und damit dreizehntausend Euro verloren. Wenn dir das keine großen, emotionalen Schmerzen bereitet hat, dann hast du das einfach so gelassen, wie es ist und dann hast du gemerkt: »Ei ja, das bleibt ja gar nicht bei dreitausend, sondern es geht auch wieder auf fünf und auch wieder auf acht und auf neun und dann fällt es nochmal auf drei und dann steigt es wieder auf neun.« und plötzlich steigt es auf die sechzehntausend, bei denen du gekauft hast, und dann steigt es auf zwanzigtausend und wenn du dann nicht gedacht hast: »Oh, jetzt verkaufe ich, jetzt habe ich wenigstens keinen Verlust gemacht.«, dann hast du verpasst, dass es auf sechzigtausend gestiegen ist. Alles nur wegen deinen Emotionen und deshalb ist Traden eine spirituelle Erfahrung, aber natürlich nur dann, wenn du bewusst bist. Und es gibt natürlich auch Fälle, wo Aktien oder auch Kryptowährungen tatsächlich auf null fallen. Dann ist es halt wichtig, dass das nicht dein einziges Investment ist, dass du nicht all dein Geld in eine einzige Aktie oder in eine einzige Währung gesteckt hast. Ich habe dieses Trading Experiment mit Kryptowährungen in der Intensiventbildung gemacht mit den Menschen, die dabei sind, und ich hätte viel erzählen können. Es ist alles irrelevant, wenn du es einmal erlebt hast, selbst dann, wenn du es nur mit fünfzig Euro machst. Die gelebte Praxis ist immer wichtiger als irgendeine Theorie. Deshalb bringt es auch nichts, wenn ich dir das jetzt erzähle, außer du hast es schon erlebt oder du bist jetzt deshalb bereit, den Test zu machen. Nicht deshalb, weil du reich wirst, auch nicht deshalb, weil du arm wirst, sondern weil du erleben willst, was in dir passiert, welche Gefühle in dir auftauchen. Ich will und kann dir gar nichts versprechen, obwohl man mit Krypto tatsächlich extrem viel verdienen kann beziehungsweise gewinnen kann. Man kann natürlich auch viel verlieren. Das ist aber nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, ob du bereit bist, alle deine Programme im Zusammenhang mit Geld in dir zu sehen. Dafür ist Traden unendlich wertvoll.