Unser innerer Kritiker ist hochgradig schizophren. Unsere Programmierung ist so schizophren, dass sie uns auffallen könnte. Eigentlich. Ein Beispiel: Wenn es darum geht, warum es dir nicht gut geht, sind immer die anderen schuld. Dein Partner, deine Kinder, dein Nachbar, deine Freunde, deine Eltern, die Politiker, die Reichen, wer auch immer. Und wenn du was unternehmen willst, damit sich etwas verändert, bist immer du schuld. Du kannst noch zu wenig, du brauchst vorher erst noch was anderes, du konntest das noch nie, du warst schon immer ein Versager. Und wer hat jetzt Recht? Keiner von beiden! Nichts davon stimmt, es ist beides Programmierung. Und dadurch, dass unsere Programmierung so absurd und so schizophren ist, könnte sie uns eben eigentlich auffallen. Könnte! Sie scheint sehr stark zu sein und den meisten fällt sie nicht auf. Sie leben in einer Art mentalem Gefängnis, indem sie beiden Seiten beziehungsweise allen Stimmen in ihrem Kopf Glauben schenken, ohne sich auf die Suche zu machen, ob es da noch etwas anderes als Stimmen gibt. Es ist nämlich egal, welche Stimme zu dir spricht. Du kannst sie alle ignorieren. Du könntest sie alle ignorieren, wenn du es gelernt hättest. Du hast aber nicht gelernt, diese Stimmen zu ignorieren. Du hast gelernt, diese Stimmen in dir entstehen zu lassen. Du bist dazu durch ein intensives Trainingsprogramm gegangen und hast über Jahre die gleichen Sätze, die gleichen Anweisungen, die gleichen Beschwerden und die gleichen Drohungen gehört, bis du sie verinnerlicht hast und niemand hat dir ein Trainingsprogramm gegeben, wie du diese Stimmen wieder los wirst, wie du sie ignorieren kannst. Alle haben dir nur gezeigt, wie du diese Stimmen entwickelst, aufrechterhältst und wie du mit ihnen lebst. Und so leben wir jetzt mit diesen Stimmen, ohne zu erkennen, dass es nicht wir sind, dass es zwischen diesen Stimmen und uns einen Unterschied gibt. Zwischen allem, was du erkennen kannst, und dir muss es einen Unterschied geben, sonst könntest du es nicht erkennen. Das, was du bist, kannst du nicht erkennen. Du kannst nur erkennen, was im Unterschied zu dir existiert. Und diese inneren Kritiker existieren im Unterschied zu dir. Du kannst sie erkennen, du kannst sie hören, du kannst sie beobachten, also kannst du es nicht sein. Du bist nicht sie. Und das kannst du üben, das kannst du trainieren. Du kannst dich auf dieses Abenteuer einlassen, diese Stimmen wahrzunehmen und zu ignorieren. Wenn dir das nicht gelingt, passiert es vielleicht, dass die Stimmen lauter werden oder die Situationen bedrohlicher erscheinen. Das ist dein Trainingsprogramm, damit du beginnst zu üben und damit du gut wirst darin, den Unterschied zu erkennen zwischen dir und dem, was du nicht bist.