Jedes meiner Zitate ist dazu da, damit du deine Gedanken ignorieren kannst. Und das ist echt die größte Hürde zur Spiritualität. Der Kopf will nämlich auch was dazu sagen. Er will kommentieren dürfen, darüber nachdenken. Wenn man Spiritualität ernsthaft will, muss man das weglassen können und alles einfach wirken lassen. Der Verstand will auch ein spiritueller Verstand sein und die meisten Verstände transformieren genauso. Es ist keine echte Transformation, sondern es ist einfach nur die Veränderung von Verstand A zu Verstand B. Nur ein neuer Verstand. Das ist keine echte Transformation. Erst wenn du den Kopf ignorieren kannst, weil du weißt, weil dir vollkommen klar ist, dass er nichts Wesentliches zu sagen hat, erst wenn du deine Gedanken ignorieren kannst, dein »Ja, aber …« und dein »Ich weiß auch was dazu.«, »Ich möchte ganz dringend etwas dazu beitragen. Meine Meinung einbringen.«, erst dann bist du in der Lage, Spiritualität zu erfahren. Es ist nicht wichtig, was ich zu sagen habe, wenn ich bei meinem Lehrer sitze. Genauso ist es nicht wichtig, was meinem Kopf alles einfällt, wenn ich meditiere, denn der Kopf ist das Gegenteil von Meditation. Gedankenfreiheit ist der Beginn von Meditation und das kannst du üben, indem du über die Worte, die ein Lehrer sagt, nicht nachdenkst. Und falls dein Kopf ein »Ja, aber …« hat oder zum »Ja, aber …« ansetzt, kannst du ihn in die Schranken weisen. Du kannst dir selbst sagen, dass das jetzt nicht wichtig ist. Damit katapultierst du dich selbst in die Spiritualität vollkommen unabhängig davon, wie gut der Lehrer ist. Der schlechteste Lehrer ist manchmal der beste, denn der provoziert deinen Verstand, der provoziert eine Reaktion, eine Erwiderung. Er möchte sich einbringen, er möchte kritisieren dürfen, er möchte seine Sicht dringend schildern dürfen, weil die unfassbar wichtig ist und während absolut überhaupt nichts dagegen spricht dich einzubringen, deine Sicht zu schildern, ist es trotzdem eine sensationell gute Übung, das mal für eine Zeit nicht zu tun. Einfach nur dazu, um zu überprüfen: »Was ist wirklich wichtig? Und wie wichtig ist das jetzt wirklich?« Ich schreibe meine Zitate nie, um eine Reaktion zu provozieren, um einen Widerspruch auszulösen. Ich schreibe alle Zitate, um die Gedanken anzuhalten. Es geht gar nicht um den Inhalt. Und ein Zitat, mit dessen Hilfe du deine Gedanken ignorieren kannst, ist immer ein gutes Zitat.