Unser Umgang mit Geld ist Selbstverletzung. Dieser Satz ist erst zu verstehen, wenn wir unsere Programme, unsere Geldprogrammierung herausfordern. Erst wenn wir diese Geldprogrammierung herausfordern, finden wir die vielen, uns selbst verletzenden Gedanken, die wir zum Thema Geld haben, ohne dass sie uns bewusst sind. Ich möchte dir nicht die möglichen Gedanken nennen, die musst du selbst herausfinden, aber ich kann dir Möglichkeiten nennen, wie du sie entdeckst. Eine Möglichkeit ist, grundlos großzügig zu sein und zwar nicht dann, wenn es erwartet wird oder wenn es selbstverständlich ist, wie zum Beispiel Trinkgeld im Restaurant, sondern dann, wenn es nicht erwartet wird und vielleicht sogar abgelehnt wird. Eine weitere Möglichkeit ist, wenn du Geld absichtlich verlierst, wenn du es in Anführungsstrichen aus Versehen auf einer Parkbank liegen lässt, wenn du es absichtlich hinter die Scheibenwischer von Autos klemmst. Wenn du einiges davon machst und du machst es für die anderen oder um jemandem eine Freude zu machen oder um jemand zu überraschen oder vielleicht auch zu erschrecken, dann ist das ein falscher Fokus. Es geht nicht um das, was du bei anderen auslöst, sondern es geht um das, was du bei dir auslöst und das können und werden bei den meisten eine Menge Gedanken sein. Vielleicht sind sie am Anfang noch verhalten und sie zeigen sich erst im Lauf der Zeit, wenn du es öfter machst. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass sie bereits beim allerersten Versuch und oft schon vorher, nämlich wenn du über den ersten Versuch nachdenkst, da sind. Das können wie gesagt Gedanken an und über die anderen sein, die sind auch nicht hilfreich. Sehr wahrscheinlich sind es aber Gedanken über dich und in der Regel keine guten, sondern Gedanken der Angst, des Mangels, der Vorwürfe und all das nur, weil du beginnst, mit Geld zu experimentieren. Höre genau hin, was dir diese Gedanken sagen! Sei so aufmerksam wie möglich und schaue dir alle Gedanken genau an! Es gibt so ein geniales Zitat aus dem Film Revolver, das zu diesen Experimenten passt und das heißt: »Du gibst nicht, weil es eine gute Tat wäre. Du gibst, weil es ihm weh tut.« Dieses Ihm — das bist nicht du. Das ist deine Programmierung, das ist dein Verstand, das ist die Matrix in dir. Dein System, wie du funktionierst, was du über Geld denkst, was du von Geld hältst und all das auf vollkommen unbewusster Ebene. Neunundneunzig Prozent dessen sind dir überhaupt nicht klar und es bleibt dir auch verborgen, wenn du erstens nicht damit experimentierst und zweitens bei den Experimenten nicht vollkommen bewusst bleibst. Das heißt nicht, dass dir das auf Anhieb gelingen muss, aber du musst versuchen, bewusst zu bleiben und genau hinzuschauen. Was passiert wirklich? Erstens in dir und zweitens außerhalb von dir. Welche Vermutungen, Befürchtungen treffen wirklich zu, sprich treten ein? Also kannst du wirklich überprüfen, kannst du wirklich sagen: »Ei ja, das war ein Gedanke vorher, pass auf, wenn du das und das machst, passiert das!« Oder ist es so, dass keine dieser Befürchtungen tatsächlich eintritt außer in deinem Kopf, außer als weiterer Gedanke und weitere Idee. Nimm das nicht auf die leichte Schulter! Für die meisten Menschen ist es unmöglich, das wirklich realistisch zu betrachten und sich wirklich anzuschauen, ob das, was der Verstand gerade denkt, tatsächlich die Wahrheit sein kann. Denn der Verstand schafft es wirklich, dir Sätze zu sagen wie: »Jetzt habe ich aber tatsächlich kein Geld mehr.«, obwohl du immer noch eines hast oder »Jetzt musst du aber wirklich aufpassen, sonst bist du pleite.«, obwohl du immer noch weit davon entfernt bist und obwohl es ganz sicher nicht an einem Euro neunundachtzig Wechselgeld liegt, dass du am Ende des Monats dir nichts mehr zu essen kaufen kannst. Wir verletzen uns im Umgang mit Geld durch unsere Gedanken selbst. Unsere Gedanken verletzen uns. Wir merken das aber gar nicht und gehen mit weiteren Gedanken über diese Gefühle hinweg. Würden wir die Gefühle all dieser Gedanken, die wir über Geld haben und über uns mit Geld und im Zusammenhang mit Geld, würden wir die wahrnehmen, nicht indem wir weiter drüber nachdenken, sondern indem wir fühlen, wie sich ein derartiger Gedanke anfühlt und wo im Körper wir diesen Gedanken fühlen, würden wir uns sehr genau überlegen, ob wir diesen Gedanken noch einmal denken sollten. Und das geht natürlich nicht, wir können uns das nicht überlegen. Wir können nicht durch Gedanken Gedanken verdrängen beziehungsweise das geht natürlich, aber das ist nicht hilfreich. Das ist,wie wenn wir Feuer mit Benzin bekämpfen. Wir können die Gedanken nicht bekämpfen. Wir können auch die Programmierung nicht einfach abschalten und es hat auch keinen Wert, wenn wir versuchen uns umzuprogrammieren. Was aber wirklich funktioniert, ist zu einer Neutralität zurückzukommen, indem du in jedem Moment bereit bist, alle Gefühle im Körper zu fühlen, wenn du diese Experimente mit Geld machst. Es geht dabei in erster Linie nicht darum, ein positives Verhältnis zu Geld zu bekommen, es reicht schon vollkommen, wenn dir dein negatives Verhältnis zu Geld auffällt und wenn du in der Lage bist, die damit verbundenen Gefühle bewusst im Körper wahrzunehmen. Das verändert bereits alles.