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    27.6.2021AQ 1312
    »Mach, was du machen willst und kümmere dich nicht um den Rest.«
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    Mach, was du machen willst und kümmere dich nicht um den Rest. Für manche mag dieser Satz egoistisch klingen, er kann aber auch einer der größten Ego-Killer sein. Denn unser Ego wurde in unserer Kindheit geprägt dadurch, dass wir nicht egoistisch sein dürfen, dass wir uns nicht oder zumindest in erster Linie nicht um uns selbst kümmern dürfen und uns stattdessen als erstes um die andern kümmern müssen. Dich um andere zu kümmern, funktioniert aber tatsächlich nur dann, wenn es dir bereits gut geht. Wenn es dir nicht gut geht, dann kümmerst du dich zwar um andere, aber es ist keine echte Hilfe. Und ein Ego-Killer ist dieser Satz, weil du gar nicht ahnst, was dir im Weg steht, um das zu machen, was du machen willst. Das sind nämlich gar nicht die anderen und das sind gar nicht die Hindernisse, die du die ganze Zeit im Kopf hast. Die tatsächlichen Hindernisse, dich um dich zu kümmern und das zu tun, was dir Spaß macht, was dir gefällt, was du machen willst, kommen erst dann hoch, wenn du es tatsächlich tust. Und genau diese Hindernisse meine ich mit dem zweiten Teil des heutigen Zitats, nämlich: »Kümmere dich nicht um den Rest!« Mit dem Rest meine ich nicht, kümmere dich nicht um die anderen, kümmere dich um gar nichts, sondern mit dem Rest meine ich: Kümmere dich nicht um das, was in dir auftaucht als Hindernis, wenn du das tust, was du machen willst. Was ich damit meine, kannst du erst nachvollziehen, wenn du schon einmal versucht hast, das zu tun, was du gerne tust. In diesem Moment kommen nämlich nicht die Gefühle und Gedanken hoch, die du erwartet hast, sondern vollkommen andere. Du merkst plötzlich, welche Gedanken und Gefühle dir wirklich im Weg stehen und das können durchaus auch Umstände sein. Also ein ganz einfaches Beispiel: Du willst etwas machen, das bringt dir aber kein Geld und du würdest gerne so viel davon machen, dass du den ganzen Tag damit beschäftigt bist und keine Zeit mehr zum Geldverdienen hast. Und deshalb denkst du, du solltest aus deinem Ruf ist gleich das, was du machen willst, gleich eine Berufung machen. Also einen Beruf, damit du damit Geld verdienen kannst und damit kommst du in eine saudumme Zwickmühle, denn das, was und wie du es machen willst, passt nicht in das bestehende System der Berufe und noch nicht einmal in das bestehende System von Berufung, vor allem aber nicht in die bestehenden Ideen von Geldverdienen und unter welchen Rahmenbedingungen Geldverdienen stattfindet oder stattfinden muss. Und diese alten Systeme tauchen dann in dir auf als Gedanken und Gefühle und die erscheinen dir als unüberwindbare Hürden, als Barrikaden auf deinem Weg in die Freiheit. Wenn du beginnst, diese Hürden zu beachten und vielleicht sogar wichtiger zu nehmen als das, was du machen willst, kann es schon nicht mehr funktionieren, ist dein Weg in die Freiheit abgeschnitten, denn du versuchst, deinen Weg in die Freiheit zu gehen mit einem unfassbar schweren Rucksack, der dich unfrei macht. Dieser Rest, um den du dich nicht kümmern sollst, der aber in dir auftaucht, ist das eigentliche Hindernis und das wollen die meisten Menschen nicht wahrhaben. Gegen diese Erkenntnis wehren sich unzählige mit allem, was sie haben. Weil dieser Rest ist als alles mögliche Feste und Konstante in dir verankert, also alles was sich so gehört im Sinn der Moral, alles was man halt so macht im Sinne von gesellschaftlich akzeptiert und auch im Sinne von allen möglichen Verboten und Geboten, wann man ein guter Mensch ist und wann nicht. Das heißt, alle deine Urteile und auch Verurteilungen liegen in diesem Rest, der da erscheint und das ist eben überhaupt kein kleiner Rest, sondern das ist die gesamte Ladung, die dich bisher daran gehindert hat, wirklich das zu tun, was du tun willst. Vielleicht verstehst du jetzt auch, warum ich meine Zitate meistens so radikal formuliere und nicht allzu viel Rücksicht darauf nehme, was man alles hinein interpretieren könnte. Der Verstand interpretiert sowieso alles Mögliche und auch alles Unmögliche hinein. Er will dich nie zu dem Punkt kommen lassen, an dem du tatsächlich einfach machst, was du machen willst. Er ist der größte Verhinderer, er ist der größte Richter, der größte Einspruch-Erheber, er ist die größte Hürde auf deinem Weg in die Freiheit. Und deshalb solltest du dich um ihn nicht kümmern.