Es ist ein Irrtum, dass wir woanders sein sollten. Es braucht jetzt jeden einzelnen an seinem Platz. Dieser Irrtum drückt sich auf viele verschiedene Arten und Weisen aus. Eine Variante ist, dass wir denken, das was gerade passiert, sollte uns nicht passieren. Wir sollten woanders sein, um das was wir gerade erleben, nicht erleben zu müssen. Eine andere Variante ist, dass wir denken oder uns gesagt wird: »Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, wir müssen gemeinsam kämpfen, gemeinsam aufstehen.« - Wofür auch immer. Solche Kämpfe sind illusorisch, weil sie scheinbar außerhalb von dir stattfinden und weil du dich auf etwas fokussierst, was außerhalb von dir liegt. Transformation ist immer individuell. Jeder erlebt es für sich. Alles, was man kollektiv erreichen kann, ist erst einmal nicht von Bestand. Ganz einfach deshalb, weil selbst nach einer kollektiven Veränderung unsere höchst individuellen Programme wieder zu greifen beginnen, weil wir nichts in uns verändert haben, sondern nur außerhalb, damit es angenehmer ist, bequemer, leichter zu ertragen. Der Irrtum, dass wir woanders sein sollten, als wir jetzt gerade sind, kommt daher, dass wir etwas vermeiden wollen, entweder etwas, das jetzt hier ist und von uns erlebt werden soll oder etwas, das wir befürchten, dass in Zukunft passiert und wir wollen vermeiden, dass diese Zukunft, die imaginär ist, eintrifft und deshalb wollen wir jetzt woanders sein, als wir tatsächlich sind. Jeder sollte dort sein, wo er jetzt gerade ist, weil er dort am meisten verändern kann. In sich selbst. Nicht bei den anderen. Wir lieben Massenbewegungen, das kann man jetzt gerade bei Fußball wieder sehen, das konnten wir bis vor kurzem bei Konzerten sehen und wir können es bei Demonstrationen jeglicher Art sehen. Wir bekommen bei diesen Massenbewegungen die Illusion, die Vorstellung von gemeinsamer Kraft, von Macht, während wir tatsächlich in uns vollkommen instabil sind. Und diese Instabilität erzeugt nach jeder äußeren Veränderung genau das wieder, was unsere Instabilität zum Ausdruck bringt. Wir können die Welt außerhalb von uns zwar verändern, aber das hat keinen Bestand. Wir geben uns aber schon unser gesamtes Leben genau dieser Illusion hin, dass die Veränderung außerhalb von uns die anzustrebende Veränderung ist und auch diejenige Veränderung, die alles Positive in unser Leben bringt. Dem ist nicht so. Die einzige positive Veränderung, die Bestand hat, findet in uns statt und deshalb bei jedem einzelnen genau an dem Platz, an dem er jetzt gerade ist.