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    15.6.2021AQ 1300
    »Es ist nicht so, dass es keine Möglichkeiten gibt.«
    0:007:49
    Es ist nicht so, dass es keine Möglichkeiten gibt. Du hast nur keine Vorstellungen in dir. Es gibt also Möglichkeiten, aber da du die Vorstellung nicht in dir hast, da diese Vorstellung in dir nicht existiert, gibt es sie für dich nicht. Es gibt aber auch Möglichkeiten, die als Vorstellung in dir existieren, die du aber aufgrund deiner Urteile ablehnst. Du erlaubst sie dir selbst nicht aufgrund deiner Urteile darüber. Es gibt also unzählige Möglichkeiten. Und ich meine das nicht oder ich sage das nicht als Motivationstrainer, der dir sagen will: »Oh, du hast so viele Möglichkeiten, nutze sie und du kannst alles sein.«, sondern ich sage das, dass dir so vieles verborgen bleibt, weil du es dir entweder nicht vorstellen kannst oder weil du es dir zwar vorstellen kannst, aber diese Vorstellung verurteilst. Und du denkst, dass diese Verurteilung rational wäre und auch gerechtfertigt und vor allem moralisch richtig. Und du kannst dabei nicht sehen, dass diese Moral oktroyiert wurde, dass dir die aufgezwungen wurde beziehungsweise dass es dir erzählt wurde und dass du diese Moral einfach nur übernommen hast. Das bedeutet, das ist keine Moral, denn echte Moral entspringt dir selbst, dafür brauchst du keinen Aufpasser und niemand, der dir sagt, was moralisch ist, das fühlst du selbst. Das Problem ist, du kannst es nicht mehr selbst fühlen, weil so viel drein geredet wurde in das, was du selbst fühlst und in Bereichen, wo du kein schlechtes Gewissen gehabt hättest und was du moralisch dir selbst gegenüber vollkommen vertreten hättest können, hat man dir gesagt: »Ja, aber nein, das ist nicht gut. Das macht man nicht. Das gehört sich nicht. Und es gibt böse Menschen und böse Firmen, die machen das. Und deshalb darfst du es auf gar keinen Fall tun, denn die sind böse. Und du willst ja nicht böse sein, oder?« Nein, willst du natürlich nicht. Du willst dazu gehören, du willst ein moralisch einwandfreies Leben führen und kannst nicht sehen, dass die Moral nicht dir selbst entspringt und dass es deshalb keine ist, sondern Programmierung. Und deshalb willst du es richtig machen, willst dich anpassen und willst nicht verurteilt werden. Du hättest gern ein kleines Lob oder vielleicht sogar, dass dich jemand annimmt, dass dich jemand mag, dass dich jemand liebt. Und all das versuchst du durch Anpassung zu erreichen und obwohl du die ganze Zeit scheiterst damit, versuchst du es weiter. Du versuchst es weiter, weil der Schmerz zuzugeben, dass deine Anpassung an die allgemein anerkannte Moral nichts, aber auch absolut gar nichts gebracht hat, unfassbar viel Schmerz verursachen würde. Du müsstest zugeben, dass du ausgetrickst wurdest, dass man dich verarscht hat, dass du dich selbst verarscht hast und dass es Möglichkeiten gibt und zwar enorm viele, die du nicht alle wahrnehmen musst und sollst und auch gar nicht brauchst. Aber du könntest wählen im Vergleich zu jetzt, wo du denkst, du hättest keine Wahl, weil die Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, moralisch verwerflich sind oder auch gar nicht in dir vorkommen, weil du dich gar nicht traust, in bestimmte Richtungen zu denken. Keine Armee kann so viele Menschen gefangen halten, aber mit Moral, mit programmierter Moral geht das.