Dein Leben ist ein Ponyhof. Lerne einfach endlich reiten.

Alle Menschen träumen von Freiheit, doch kaum einer lebt sie.

Ich habe bisher keinen einzigen Menschen getroffen, der nicht von Freiheit träumt.

Doch schon im zweiten Satz kommt ein “Ja, aber” oder eine Bedingung.

Ein Beispiel:

Finanzierte Freiheit ist keine Freiheit, sondern Pseudo-Freiheit.

Freiheit ist es erst dann, wenn sie bedingungslos ist.

Mit der Freiheit ist es wie mit der Liebe.

Wenn du verliebt bist, fragst du vorher auch nicht nach dem Gehaltsnachweis deines Partners.

Wenn du verliebt bist, bist du verliebt.

Diese Liebe ist noch nicht einmal abhängig davon, ob dein Wunschpartner für dich verfügbar ist oder nicht.

Du liebst.

Du bist in Liebe.

Du bist Liebe.

Punkt. Ausrufezeichen!

Am Dienstag war Pia’s letzter Arbeitstag. Seit Mittwoch hat sie Urlaub. Und zwar für immer.

Niemand von uns beiden muss irgendetwas arbeiten, wenn wir keine Lust dazu haben.

Ich nenne das “das neue Arbeiten”.

Wie wir das geschafft haben?

Gar nicht!

Wir machen es einfach.

Und indem wir es machen, schaffen wir es.

(Falls du die Illusion von großen Einnahmen oder Rücklagen bei uns beiden hast, darf ich dich an dieser Stelle enttäuschen: wir springen ohne Netz und doppelten Boden.)

Es funktioniert wie so oft, genau umgekehrt als du denkst:

Die idealen Umstände, die du dir wünschst, bevor und damit du etwas machen kannst, werden niemals eintreten. Ehrlich! Niemals!

Genau genommen gibt es “ideale Umstände” gar nicht.

Der idealste aller Umstände ist immer jetzt.

“Später” und “irgendwann” sind die unidealsten Umstände, die du dir vorstellen kannst, weil sie nie stattfinden bzw. immer nur in deiner Vorstellung und die bleibt dann … deine Vorstellung.

Jetzt findet für immer statt.

Wenn du das nicht nur gelesen, sondern verstanden und verinnerlicht hast, gibt es nichts mehr, was dich aufhalten kann. Absolut nichts.

Es ist das große Geheimnis von Plänen und Zielen:

Sie funktionieren nicht, weil du denkst, dass du von ihnen getrennt bist.

“Fake it untill you make it!” ist einer der intelligentesten Sprüche, die ich zu diesem Thema kenne.

Tu einfach so als ob! Und zwar nicht für die anderen oder wegen den anderen, sondern für dich und wegen dir!

Tu so lange so als ob, bis du mittendrin bist und es lebst.

Indem du jetzt so tust als ob, lernst du etwas darüber, wie es für dich ist, statt darüber nachzudenken, wie es sein könnte, wenn du es machen würdest.

Du lernst vor allem auch, warum du es tatsächlich willst.

Du willst es nämlich oft aus den falschen Gründen.

Du willst fliehen, andere verändern oder bist ganz generell im Widerstand zu dem, wie es jetzt gerade tatsächlich ist.

Wenn du so tust als ob, lernst du, wie es jenseits deiner Illusionen ist. Du bist schon am Ziel angekommen, bevor du es erreicht hast, denn du tust ja schon so, als wärst du angekommen.

Da fallen viele Illusionen von dir ab und du merkst, ob dieser Zustand wirklich so toll ist, wie du ihn dir vorgestellt hast.

Und du lernst, was dich davon abhält. Du merkst, ob dich wirklich etwas im Außen davon abhält oder ob es doch eher deine Überzeugungen sind.

Ein einfaches Beispiel: Du willst reich sein!

Tu doch einfach mal so, als wärst du es und versteige dich dabei nicht in konstante Fantasien, sondern tu auch mal in Momenten so, in denen es gar nicht ums Geld geht.

Was würdest du machen? Wie würdest du leben? Würdest du mehr Trinkgeld geben? Wärst du großzügiger? Würdest du öfter oder weniger oft an Geld denken? Dann mach es gleich jetzt. Warte nicht, bis du tatsächlich reich bist.

Nur wenn du auch die Details und die Glaubenssätze über dich und die Welt veränderst, hast du eine Chance auf echte Veränderung.

Alles andere sind belanglose Oberflächlichkeiten, die sich jeden Tag ändern können.

Wenn du das machst, werden dir deine Illusionen wie Schuppen von den Augen fallen.

Auf meine vorletzte Aufwachmedizin zum Thema Erziehung habe ich einen lustigen und gleichzeitig traurigen Kommentar bekommen:

“Auch wenn das viele nicht hören wollen: Erziehung ist verdammt wichtig. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof. Erst recht nicht in der heutigen Zeit. Was wird aus Kindern, wenn sie nicht lernen, dass man gewisse Sachen machen muss, weil sie wichtig sind im Leben. Man kann auch erziehen, ohne Kinder zu brechen. Auf das wie kommt es an, nicht auf Erziehung weglassen.”

(Ich frage mich: “Was wird aus Kindern, wenn sie lernen, dass man gewisse Sachen machen muss?” Leider, leider, leider … Erwachsene, die solche Kommentare schreiben.)

Oh doch, meine Liebe!

Das Leben ist ein Ponyhof.

Nur das, was wir daraus gemacht haben, ist keiner mehr.

Und jetzt kommt es auf dich an, was du daraus machst!

Hilfst du dabei, den Ponyhof, den wir zerstört haben, wieder aufzubauen?

Und wann lernst du endlich reiten?

Die Tochter von Pia kann es bereits.

Ich empfehle dir ihren gestrigen Blogpost:

http://diekunstderkunst.tumblr.com/post/145316346630/hey-ihr-habe-beschlossen-hier-meinen-blog

(Ich habe keine Ahnung, wie es dir geht, aber ich habe Tränen in den Augen, wenn ich so glasklare Texte von einer 13-Jährigen lese.)

Es geht beim Thema Erziehung nicht um unsere Kinder, sondern um uns!

Es geht um unser Verhältnis zum Leben.

Und da wir den Ponyhof, der unser Leben ist, zerstört haben, können wir ihn auch wieder aufbauen.

Das ist eine Wahl, die wir treffen können.

Ich habe sie getroffen.

Pia hat sie getroffen.

Wann triffst du deine Wahl und wann lernst du endlich reiten?

Inspiriert? Teile deine Inspiration mit der Welt …

6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Jeap, super geschrieben. Ich denke, dass wenn ein Kind auf die Welt kommt, dieses kleine wunderbare Geschöpf vollkommen perfekt. Wir spüren diese Energie so dermaßen präsent, weil wir Menschen Babys einfach total süß finden. Angeblich ein Beschützerinstinkt in uns, ich glaube aber, dass es die Präsent einer unheimlich starken strahlenden powervollen Energie ist, die uns Menschen an den Babys fasziniert. Tja und dann kommt leider die Erziehung ins Spiel, der Kindergarten, die Schule, blablabla. Am besten schon ab einem Jahr. Mein Mutterherz verkrampft sich. Ich baue mir meinen Ponyhof gerade wieder auf und bin so unendlich froh und glücklich darüber. Einfach nur sein.

  2. Stöbere hier grad ein bisschen rum, und der “Ponyhof” hat mich direkt magisch angezogen.
    Du schreibst schon wirklich klasse, Stefan, klarsichtig und geradeaus.
    Und der verlinkte Blogpost von Mia, Pias Tochter, ist einfach UNGLAUBLICH GRANDIOS <3 Ich verneige mich vor einer Dreizehnjährigen mit einer solchen Weisheit und Entschiedenheit.

  3. Lieber Stefan,

    vielen Dank für deine Worte und den Link zu Mia’s Blog!

    Wer sich fragt, wie wir uns unseren “glücklichen Bildungs-Ponyhof” aufbauen können, bzw. wie dieser aussehen könnte, dem sei das Buch “Saat der Freiheit. Impulse für aufblühende Bildungslandschaften” vom Philosophen Bertrand Stern wärmstens empfohlen.

    Wer noch mehr darüber erfahren möchte, wie die strukturelle Gewalt (u.a. von Schulzwang) auf unsere Glücksvorbilder (die Kinder) wirkt, kann viele interessante Aspekte davon in dem Buch: “Wer sein Kind liebt…” von Franziska Klinkigt erfahren.

    Und übrigens: eine Freundin, die gerade aus Spanien zurückgekommen ist, erzählte mir, dass dort die Mütter auf die Straßen gehen und dafür demonstrieren, dass es am Wochenende keine Hausaufgaben mehr geben möge, da durch sie Ausflüge, Familientreffen und vieles andere, so sehr behindert werden.

    Mögen wir überall auf der Welt Raum schaffen für glückliche Ponnyhöfe!

  4. Lieber Stefan, 1000 Dank für Dein Best of 2016 und diesen Artikel!

    Ich habe seit vier Wochen Urlaub – für immer. Ich habe mich Jahrelang in meinen Jobs wie im Knast gefühlt und auf die idealen Umstände gewartet….. um endlich meinen eigenen Weg zu gehen und das zu tun was mir wirklich Freude bereitet. Bis ich ES kapiert hab. Erst springen. Dann kommt das Netz. Ich habe gekündigt und bin nach Südamerika geflogen. Bald geht es zurück nach Hause und nichts ist wie es war. Keine Versicherung. Obwohl ich grade überhaupt keine Ahnung habe wo mich das noch hinführen wird – das Gefühl ist grandios und ich bereue es keine Sekunde!

    Mein Pony ist gesattelt 😉

    Alles liebe

    Linda

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